Große Erwartungen an 2007 Börse jubelt über Superjahr 2006

Die 6600 Punkte konnte er dann doch nicht halten: Am letzten Handelstag des Jahres schaffte der Dax nur noch 6597 Zähler. Doch kein Grund für Trübsal: Insgesamt legte der Index 2006 um satte 22 Prozent zu. Der MDax schloss sogar auf einem historischen Hoch.


Frankfurt am Main - Der letzte Handelstag verlief fast enttäuschend ruhig: Der Dax Chart zeigenging mit 6597 Zählern aus dem Börsenjahr 2006. Am Vortag war allerdings bei 6629 Punkten der höchste Stand seit Februar 2001 erreicht worden. "Wir hatten einen traditionell sehr dünnen Jahresschlusshandel - dabei blicken die Anleger aber auf ein sehr erfreuliches Börsenjahr 2006 zurück", tröstete ein Aktienstratege. Das Jahr sei von steigenden Unternehmensgewinnen und Übernahmefantasien geprägt gewesen, was den Boden für die zumeist deutlichen Kurssteigerungen bereitet habe.

Anzeigetafel in Frankfurt: Am 3. April kletterte der Dax erstmals über die 6000-Punkte-Marke
REUTERS

Anzeigetafel in Frankfurt: Am 3. April kletterte der Dax erstmals über die 6000-Punkte-Marke

Auf Jahressicht legte der Dax knapp 22 Prozent zu. Der MDax Chart zeigen gewann im Tagesvergleich 0,30 Prozent auf 9405 Zähler und schloss damit auf einem historischen Hoch. Der Index mittelgroßer Werte erzielte insgesamt ein Jahresplus von fast 29 Prozent. Auch der TecDax Chart zeigen stieg um 0,10 Prozent auf 748 Punkte - ein Jahresplus von gut 25 Prozent.

"Das war ganz einfach ein gutes Jahr", freute sich ein Händler. Und 2007 soll es so weiter gehen: Im nächsten Jahr dürften die Kurse angesichts der Konjunkturaussichten für Deutschland weiter zulegen. Ob Ende 2007 das Plus aber nochmal so hoch wie in diesem Jahr ausfalle, sei fraglich, denn schließlich habe der Leitindex auch 2005 fast 30 Prozent und der MDax sogar 36 Prozent gewonnen.

Nicht zuletzt hänge die Kursentwicklung von der Wall Street ab, und dort klafften die Einschätzungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung weit auseinander. "Von Rezession bis Aufschwung wird da alles für möglich gehalten", erklärte ein Händler. Trotz dieser Unsicherheiten sagen einige Händler für Januar einen ersten Test der 7000-Punkte-Marke voraus.

Jahresschampions ThyssenKrupp und VW

Als größter Gewinner im Dax empfahlen sich auf Jahressicht die Aktien von ThyssenKrupp Chart zeigen, die mit 35,69 Euro ihren Wert in diesem Jahr mehr als verdoppelten. Der Stahlkonzern profitierte vom Rohstoffhunger der asiatischen Wachstumsnationen ebenso wie von Übernahmespekulationen.

Als zweitbester Dax-Wert überraschte in diesem Jahr VW Chart zeigen die Anleger. Gut 90 Prozent auf 85,89 Euro legte der Kurs zu. Vor allem der Einstieg des Sportwagenherstellers Porsche machte die Aktien zu Anlegers Liebling. Mit einem Plus von 66 Prozent auf 20,85 Euro avancierten die Lufthansa-Titel Chart zeigen zum drittbesten Dax-Wert des Jahres. Auf Platz vier der Dax-Jahresbilanz standen die Titel der Deutschen Börse Chart zeigen - im vorigen Jahr Dax-Spitzenreiter - mit einem Plus von gut 60 Prozent auf 139,42 Euro.

Tui und Adidas größte Verlierer

Die vor zehn Jahren beim Börsengang als Volksaktie beworbenen T-Aktie Chart zeigen hat den Anlegern auch in diesem Jahr keine Freude bereitet. Gegenüber dem Vorjahresschluss verlor sie 1,7 Prozent auf 13,84 Euro und war damit der drittschwächste Dax-Wert. Immerhin haben sich die Telekom-Aktien damit auf der Dax-Rangliste vom Schlusslicht 2005, als der Kurs um gut 15 Prozent eingebrochen war, etwas nach oben gearbeitet.

Größter Verlierer im Dax waren auf Jahressicht die Papiere der Tui Chart zeigen mit einem Abschlag von 12 Prozent auf 15,14 Euro. Dritter im Bunde der Dax-Verlierer waren Adidas Chart zeigen mit einem Minus fast sechs Prozent auf 37,73 Euro.

Deutz im MDax vorn, EADS verlieren 20 Prozent

Im MDax führten auf Jahressicht die Aktien von Deutz Chart zeigen mit einem Plus von gut 140 Prozent die Gewinnerliste an. Die Titel des Dieselmotorenherstellers waren erst in diesem Jahr wieder in den Index aufgestiegen. Die Aktien von Salzgitter Chart zeigen profitierten wie ThyssenKrupp vom Boom der Stahlwerte legten 117 Prozent zu und waren damit der zweitbeste Wert.

Schlusslicht waren die Aktien von EADS Chart zeigen mit einem Abschlag von fast 20 Prozent. Der Luft- und Raumfahrtkonzern bekam damit von den Anlegern die Quittung für Verzögerungen beim Bau des Superjumbo A380.

ase/mmo/dpa/ddp/Reuters



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