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DOSENPFAND Großes Flaschenzählen

aus DER SPIEGEL 4/2004

Mit der größten Dosen- und Flaschenzählung der Geschichte mischt sich das Bundeskartellamt wieder in den Streit um das Dosenpfand ein. In einem Schreiben vom 7. Januar fordert die Bonner Behörde die Handelsunternehmen in Deutschland auf, ihr bis zum 30. Januar den »Absatz an Einweg- und Mehrweggetränken für 2002 und 2003« mitzuteilen und für das laufende Jahr eine Schätzung abzugeben. Hintergrund der aufwendigen Befragung sind Befürchtungen der Wettbewerbshüter, dass mit der Errichtung zweier Rücknahmesysteme durch Lekkerland-Tobaccoland und die Spar-Gruppe eine marktbeherrschende Stellung beim Einsammeln von Einwegverpackungen entstehen könnte. Diesen Verdacht könnte zudem das Schreiben der Bundesregierung an die EU-Kommission in Brüssel verstärken. Darin versucht sie, der Kommission nachzuweisen, dass in Deutschland eine flächendeckende Rücknahme besteht. Andernfalls würde Brüssel das Dosenpfand ablehnen. Die von Lekkerland-Tobaccoland, der Spar-Gruppe und einem weiteren kleineren Anbieter initiierten Systeme »decken mit rund 100 000 Verkaufsstellen den allergrößten Teil der rund 130 000 Verkaufsstellen für Getränke in Deutschland ab«, hat Berlin stolz nach Brüssel gemeldet. Umweltminister Jürgen Trittins Dilemma: Entweder die EU-Kommission untersagt das Dosenpfand, weil ein bundesweites flächendeckendes Rücknahmesystem fehlt, oder das Bundeskartellamt, weil ein solches System besteht.

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