Agrarmesse in Berlin Zoll beschlagnahmt Walfleisch auf Grüner Woche

Ausgerechnet auf der Grünen Woche, der Messe für Ernährung und Landwirtschaft, ist Walfleisch aufgetaucht. An einem norwegischen Stand beschlagnahmte der Zoll insgesamt drei Kilo. Die Ware war mit Blaubeerdip angeboten worden.
Besucher auf der Grünen Woche in Berlin: Deutschlands größte Ernährungsmesse

Besucher auf der Grünen Woche in Berlin: Deutschlands größte Ernährungsmesse

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Berlin - Der Zoll hat auf der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin drei Kilogramm Walfleisch beschlagnahmt. Es darf nach Deutschland weder eingeführt noch hierzulande verkauft werden. Doch auf einem der Messestände wurde das Fleisch von Zwergwalen mit Blaubeerdip angeboten, eine "Spezialität" für zwei Euro pro Portion. Das berichtet die Walschutzorganisation WDC auf ihrer Homepage .

Die Veranstalter der Messe hatten den Zoll am Donnerstag über das Walfleisch an einem norwegischen Stand informiert, wie der Sprecher der Behörde, Norbert Scheithauer, sagte. Gegen die Standbetreiber laufen demnach Strafverfahren, ihnen droht laut Scheithauer eine Geld- oder Haftstrafe. Aufgedeckt hatte den Fall die Zeitung "B.Z.".

"Die Tatsache, dass hier das Fleisch einer in Deutschland und der gesamten EU streng geschützten Tierart zum Verkauf angeboten wird, ist ein Skandal", schreibt die WDC. Der Vorfall mache deutlich, dass es dringend einer schärferen Anwendung und Kontrolle der bestehenden Gesetze bedarf.

Norwegen ist eines der wenigen Länder, das Walfang kommerziell betreibt. Laut Deutschem Tierschutzbund  macht das Land auf der Grundlage selbstgesetzter Quoten Jagd auf Zwergwale: "Waren es 1993 noch etwa 300 Tiere, so lag die Quote 2010 und 2011 bei 1286 Zwergwalen jährlich", heißt es auf der Internetseite.

Noch am vergangenen Samstag hatten in Berlin mehrere zehntausend Menschen für einen besseren Tier- und Klimaschutz in der Landwirtschaft demonstriert. Die Grüne Woche Berlin dauert vom 17. bis zum 26. Januar. Sie ist eine der weltweit größten Messen für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau.

aar/dpa
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