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17. April 2001, 19:30 Uhr

Grundig

Notruf an den Kanzler

Mit Grundig ist es bald vorbei, fürchten die Mitarbeiter. Bundeskanzler Gerhard Schröder soll wieder Feuerwehr spielen.

Grundig in Nürnberg: Warten auf Schröder
DPA

Grundig in Nürnberg: Warten auf Schröder

Nürnberg - In einem Brief forderte Betriebsratschef Dieter Appelt den Kanzler auf, wie bereits bei der Krise des Holzmann-Konzerns zwischen den Banken und dem Unternehmen zu vermitteln. Ein Verlust der Arbeitsplätze bedeute auch das Ende von Grundig Deutschland, heißt es in dem Brief. Der Elektronikkonzern will bis Ende des Jahres rund 900 Stellen in Nürnberg und Bayreuth streichen.

Auf der Betriebsversammlung am Dienstag legten die Mitarbeiter dem Vorstand ein Konzept zum Erhalt der Arbeitsplätze vor. Den Berechnungen nach rentiert sich ein Verbleib der Fernseher-Produktion am Standort Nürnberg. Ein Vier-Schicht-System könne die Fertigung kostengünstiger machen, erläuterte Appelt.

Man werde die Vorschläge der Belegschaft prüfen, erklärte ein Sprecher der Grundig AG. Allerdings gehe der Vorstand nach wie vor von einer Verlagerung der Fernseher-Produktion nach Wien aus. Dies sieht ein Sanierungskonzept der Unternehmensberatung Roland Berger vor, dem der Aufsichtsrat Anfang April zugestimmt hatte.

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