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Günstige Offerte für die Reichsbahn

aus DER SPIEGEL 21/1990

Französische Industriekonzerne, Banken und staatliche Stellen wollen die DDR-Eisenbahn modernisieren. Ein Konsortium machte den Ostdeutschen ein Angebot mit Bedingungen, die von Geldexperten als »traumhaft« bezeichnet werden. Für den Neubau einer 200 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsstrecke, etwa von Berlin nach Dresden, veranschlagen die Franzosen zehn Milliarden Mark. Drei Milliarden Mark wollen sie sofort zu einem Zinssatz zwischen 4 und 5,5 Prozent bereitstellen; Banken würden für das Geld gegenwärtig über zehn Prozent verlangen. Der Kredit soll über 15 Jahre laufen, die ersten drei Jahre sind rückzahlungsfrei. Die vom Finanz- und Außenhandelsministerium geförderte Geldbeschaffung soll sich auf längere Sicht lohnen. Wenn der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV, der 300 Stundenkilometern fahren kann, auf der innerdeutschen Strecke eingesetzt wird, wäre das eine schwere Schlappe für den deutschen Konkurrenzzug ICE. Die Franzosen hätten mit einem solchen Vorzeigeauftrag bessere Chancen auf Order aus Europa und den USA.

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