Gummi-Fusion Conti gelingt die Phönix-Übernahme

In letzter Minute haben mehr als 75 Prozent der Phoenix-Aktionäre dem Angebot des Konkurrenten Continental zugestimmt. Damit ist die Übernahme des Autozulieferers nach einer tagelangen Zitterpartie doch noch geglückt. Die EU-Kommission meldete aber umgehend Bedenken an.


Continental-Chef Wennemer: Dreiviertel-Mehrheit an Phoenix
DDP

Continental-Chef Wennemer: Dreiviertel-Mehrheit an Phoenix

Hannover/Hamburg - Continental hatte den Phoenix-Aktionären 15 Euro pro Aktie geboten. Wie viele Phoenix-Aktionäre dem Angebot tatsächlich zugestimmt haben, will Conti am kommenden Samstag bekannt geben.

Das Unternehmen hatte einen Erfolg des Übernahmeversuchs davon abhängig gemacht, dass es mindestens eine Dreiviertelmehrheit an Phoenix erhält. Andernfalls hätte es die Übernahme platzen lassen. Für einen endgültigen Abschluss ist jetzt noch die Genehmigung der EU-Kartellbehörde nötig.

"Wir freuen uns sehr, dass unser faires Angebot angenommen worden ist und sind sehr zuversichtlich, dass es auch beim kartellrechtlichen Verfahren keine grundsätzlichen Probleme geben wird", sagte Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer. Continental werde den Phoenix-Aktionären die zugesagten 15 Euro je Aktie zahlen, sobald die EU für die Übernahme grünes Licht gegeben habe.

Die EU-Kommission gab jedoch inzwischen bekannt, dass sie wegen schwerer Wettbewerbsbedenken eine vertiefte Untersuchung der Übernahme eingeleitet habe. Bei Luftfedern und schweren Fördergurten könnte der neue Verbund möglicherweise zu mächtig werden, entschied die Kommission heute in Brüssel nach sechswöchiger Prüfung. Sie hat nun bis Ende Oktober Zeit, den Fall zu entscheiden.

Nach dem Überschreiten der Annahmeschwelle von 75 Prozent beginnt nun die gesetzlich vorgeschriebene zweiwöchige Fristverlängerung, die so genannte "Zaunkönigregel": Zwischen dem 4. und 19. Juli können die Phoenix-Aktionäre, die ihre Aktien noch nicht der Continental AG angeboten haben, diesen Schritt nachholen.



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.