Gute Konjunkturaussichten Ifo-Geschäftsklimaindex steigt überraschend

Unerwartete Trendwende in der deutschen Wirtschaft: Die Stimmung der Unternehmen hat sich weiter aufgehellt - trotz des starken Euros und der Finanzkrise. Der Ifo-Geschäftsklima-Index kletterte zum dritten Mal in Folge.


Berlin - Der Ifo-Geschäftsklimaindex erhöhte sich von 104,1 Punkten im Februar auf 104,8 Punkte und damit zum dritten Mal in Folge, wie das Ifo-Institut am Mittwoch in München mitteilte. Experten waren im Durchschnitt von einem Rückgang auf 103,4 Punkte ausgegangen. Im Januar und Februar war der Index ebenfalls überraschend gestiegen. "Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Konjunktur in Deutschland mit Jahresbeginn an Schubkraft gewonnen hat", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Karstadt-Warenhaus in Leipzig: Einzelhandel schwächelt
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Im verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima wieder etwas. Die Firmen stuften ihre gegenwärtige Lage deutlich günstiger ein, mit Blick auf die zukünftige Entwicklung habe sich die Einschätzung nur wenig abgeschwächt. Trotz des hohen Eurokurses schätzten die Unternehmen ihr künftiges Exportgeschäft noch etwas optimistischer ein. Den Plänen zufolge werde der Anstieg der Beschäftigtenzahl in den nächsten Monaten anhalten.

Der Stimmungsindikator im Einzelhandel tendiere nach dem kräftigen Anstieg im Vormonat unterdessen etwas nach unten. Zurückzuführen sei dies vor allem auf die Verschlechterung der Geschäftslage, während die Aussichten für das kommende halbe Jahr nur geringfügig weniger optimistisch eingeschätzt würden.

Das Ifo-Geschäftsklima basiert auf rund 7000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß- und Einzelhandels. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtigstes Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft.

sam/ddp/Reuters/dpa-AFX



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