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31. Juli 2001, 12:33 Uhr

Halbjahresbilanz

Telekom-Aktie gerät unter Druck

Die Halbjahreszahlen der Deutschen Telekom werden von den Analysten zurückhaltend bewertet. Nur das positive Ergebnis der Mobilfunktöchter liegt über den Erwartungen.

Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn
AP

Zentrale der Deutschen Telekom in Bonn

Frankfurt am Main - Nach einem freundlichen Start hat sich die Aktie der Deutschen Telekom schwächer als der Markt entwickelt und ganz oben auf den Verkaufslisten gestanden. Gegen 10.30 Uhr kostete ein Anteilsschein 25,17 Euro - ein Abschlag von 2,25 Prozent. Der Dax gab indessen 0,43 Prozent auf 5767,27 Punkte ab.

Nils Machemehl von der Vereins- und Westbank bewertete die vorläufigen Zahlen als verhalten positiv. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Mobilfunk, in dem das Ergebnis der US-Mobilfunktochter VoiceStream enthalten sei, habe seine Erwartungen übertroffen. Der Kurs werde vermutlich durch das Konzernergebnis gedrückt: Es liege unterhalb der Prognosen. Das sei möglicherweise auf höhere Steueraufwendungen zurückzuführen.

Auch Werner Stäblein, Analyst bei der BHF-Bank, ist mit der Halbjahresbilanz des Telefon-Riesen nicht ganz zufrieden: "Die Telekom hat lediglich zwei aussagekräftige Zahlen vorgelegt, nämlich zum Umsatz und zum Ebitda der Mobilfunk-Sparte T-Mobile". Die Steigerung des Konzernumsatzes im ersten Halbjahr in Höhe von 17,4 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro habe im Rahmen der Erwartungen gelegen. Das sehr gute Ebitda von T-Mobile habe ihn dagegen überrascht.

Einschränkend meinte der Stäblein, dass die Bilanz vorläufig sei. Interessanter werde sein, was die Telekom am 28. August präsentiert, weil dann die Ergebnisse aller Geschäftsbereiche aufgeschlüsselt würden. "Die Zahlen von heute sind nur Stückwerk", gab sich der Analyst vorsichtig. "Man sollte sich da vor Kaffeesatzleserei hüten."

Positiver bewertet Frank Rothauge von Sal. Oppenheim die Halbjahresbilanz der Telekom. "Ich finde die Zahlen gut", erklärte er. Besonders das Ergebnis im Mobilfunkbereich sei "sehr stark" ausgefallen. Viele Broker seien von höheren Schätzungen ausgegangen, weil sie steuerliche Einmaleffekte nicht berücksichtigt hätten, die sich negativ auf das Netto-Ergebnis ausgewirkt hätten. Das schlage nun auf den Kurs durch.

Wie der Bonner Telefonriese am Dienstag mitgeteilt hatte, ist der Konzernumsatz um gut 17 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro gestiegen. Wesentlich verbessert habe sich die Ertragslage im Mobilfunk. Dennoch erwirtschaftete die Telekom in den ersten sechs Monaten einen Konzernverlust nach Sonderposten von 400 Millionen Euro.

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