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29. Juli 2008, 19:54 Uhr

Halbjahreszahlen

Lufthansa steigert Gewinn trotz Energiekrise

Lufthansa trotzt der Energiekrise: Der deutsche Luftgigant hat seine Gewinne im ersten Halbjahr massiv gesteigert - dabei ist der Ölpreis seit Jahresbeginn explodiert. Den Arbeitskampf mit Ver.di dürfte das weiter verschärfen.

Frankfurt am Main - Die Geschäfte gehen gut: Die Deutsche Lufthansa hat im ersten Halbjahr 2008 Umsatz und operatives Ergebnis deutlich gesteigert. Die Erlöse kletterten von 10,1 Milliarden auf 12,1 Milliarden Euro, das Ergebnis von 486 Millionen auf 705 Millionen Euro, teilte Deutschlands größte Fluggesellschaft mit.

Lufthansa-Maschinen in Frankfurt am Main: Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert
REUTERS

Lufthansa-Maschinen in Frankfurt am Main: Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert

Der Überschuss ging auf 402 Millionen Euro zurück. Im Vergleichszeitraum des Vorjahrs hatte er aufgrund zahlreicher Sondereinnahmen noch bei 922 Millionen Euro gelegen. Im Vorjahreswert waren unter anderem Gewinne aus dem Verkauf der Thomas-Cook-Anteile enthalten.

Detailliertere Zahlen für 2008 will Lufthansa am Mittwoch präsentieren.

Mit dem positiven Ergebnis setzt sich Lufthansa von der Konkurrenz ab: Aufgrund der massiv gestiegenen Treibstoffkosten mussten bereits mehrere große Fluggesellschaften deutliche Abstriche beim Gewinn machen. Beim größten europäischen Billigflieger Ryanair bracht der Überschuss von April bis Juni um 85 Prozent ein.

Aufgrund der positiven Zahlen bestätigte Lufthansa ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Der Vorstand gehe unverändert davon aus, an das operative Ergebnis des Vorjahres anknüpfen zu können, hieß es. Für 2007 hatte Deutschlands größte Airline ein operatives Ergebnis von rund 1,4 Milliarden Euro ausgewiesen.

Allerdings, sagte Lufthansa, gebe es in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres zahlreiche Risiken. Die Erhöhung der Treibstoffpreise und der anhaltende Rückgang des Wirtschaftswachstums seien für den Konzern gefährlich.

Nicht abzusehen seien zudem die Folgen des Streiks von Boden- und Kabinenpersonal. Ein Ende des Arbeitskampfs, der Lufthansa nach Einschätzung von Analysten täglich rund fünf Millionen Euro kostet, sei nicht in Sicht.

Das gute Konzernergebnis dürfte den Arbeitskampf zusätzlich belasten. Bereits am Montag sagte Ver.di-Bundesvorstand Harald Reutter SPIEGEL ONLINE, man müsse "in glänzenden Zeiten auch dafür sorgen, dass die Lufthansa-Arbeiter eine angemessene Lohnerhöhung erhalten".

Im Kürze legen noch weitere Airlines Zahlen vor: Der Lufthansa-Konkurrent British Airways gibt am Freitag Zahlen bekannt, Europas Marktführer Air France-KLM in der kommenden Woche.

ssu/dpa/ddp/Reuters

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