Gaskrise Hamburg könnte Warmwasser rationieren

Warmes Wasser nur zu bestimmten Zeiten und niedrigere Raumtemperaturen: Hamburgs Umweltsenator kündigt Einschränkungen für Privathaushalte an – sollte es nicht gelingen, bei den großen Betrieben genug Energie zu sparen.
Ein Gaszähler zeigt den Verbrauch an

Ein Gaszähler zeigt den Verbrauch an

Foto: Christoph Hardt / Future Image / IMAGO

Der Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) hat für den Fall eines Gas-Notstandes in der Hansestadt eine Begrenzung der Warmwassermengen für private Haushalte angekündigt. »In einer akuten Gas-Mangellage könnte warmes Wasser in einem Notfall nur zu bestimmten Tageszeiten zur Verfügung gestellt werden«, sagte Kerstan der »Welt am Sonntag«. Auch eine »generelle Absenkung der maximalen Raumtemperatur im Fernwärmenetz« käme in Betracht.

Es werde »in Hamburg schon aus technischen Gründen nicht überall möglich sein, im Fall einer Gas-Mangellage zwischen gewerblichen und privaten Kunden zu unterscheiden«, sagte Kerstan weiter. »Wenn es uns jedoch nicht gelingt, ausreichend Gas bei den großen Betrieben einzusparen, könnten Lieferbeschränkungen auf uns zukommen, die dann möglicherweise einzelne Stadtteile betreffen.«

Kerstan kündigte zudem an, dass ein mögliches provisorisches Flüssiggasterminal in Hamburg frühestens Mitte kommenden Jahres betriebsbereit wäre. »Wir werden im Laufe des Juli wissen, ob und an welchem Standort ein provisorisches LNG-Terminal in Hamburg machbar ist«, sagte er. »Das Gas könnte dort voraussichtlich ab Mai 2023 umgeschlagen werden.« Die vollständigen Ergebnisse der Standortüberprüfungen würden im Oktober 2022 vorliegen.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) teilte auf Anfrage der Zeitung mit, dass die ersten beiden provisorischen LNG-Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel zum Jahreswechsel 2022/2023 in Betrieb genommen werden sollen. »Wir haben als Bundesregierung vier schwimmende Flüssiggasterminals gemietet, und hier liegen aktuell unsere Prioritäten.«

sak/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.