Früheres Kohlekraftwerk Moorburg Hamburg plant Großprojekt zur Wasserstofferzeugung

Bislang wurde in Hamburg-Moorburg Kohlestrom produziert – ab 2025 soll es Wasserstoff sein. Die Stadt Hamburg will mit mehreren Unternehmen eine der größten Erzeugungsanlagen in Europa bauen.
Kraftwerk Hamburg-Moorburg im Jahr 2016: Wasserstoff statt Kohlestrom

Kraftwerk Hamburg-Moorburg im Jahr 2016: Wasserstoff statt Kohlestrom

Foto: Markus Scholz / dpa

Am Standort des umstrittenen und nach nur fünf Jahren wieder vom Netz gegangenen Kohlekraftwerks Hamburg-Moorburg soll künftig im großen Stil grüner Wasserstoff produziert werden.

Geplant ist eine mit Strom aus Windkraft gespeiste Elektrolyse-Anlage mit einer Leistung mit mindestens 100 Megawatt, wie die Hansestadt und die Unternehmen Shell, Vattenfall und Mitsubishi Heavy Industries mitteilten. Dazu sei eine Absichtserklärung unterzeichnet worden.

Konkret bedeutet das, dass die endgültige Entscheidung für die Investition noch nicht getroffen wurde. Sollte das geschehen, planen die Beteiligten mit dem Start der Wasserstofferzeugung im Jahr 2025. Damit wäre die Anlage den Beteiligten zufolge eine der größten in Europa. Die Partner bemühen sich um EU-Fördermittel.

Startschuss für die norddeutsche Wasserstoffwirtschaft

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) kündigte an, das Gasleitungsnetz im Hafen rund um Moorburg für Wasserstoff auszubauen. Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) sagte, mit Hamburg als Startpunkt wolle man eine Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland aufbauen. Denkbar sei dort außerdem eine Energieerzeugung aus Biomasse.

Nach SPIEGEL-Informationen plant das Wirtschaftsministerium derweil ein Gesetz, das es ermöglicht, Gasleitungen für ein deutschlandweites Wasserstoffnetz zu nutzen. So sollen Defizite bei der verfügbaren Infrastruktur für Wasserstoff behoben werden.

bah/Reuters/dpa