Cosco-Einstieg China verbittet sich Einmischung der USA in Hamburger Hafendeal

Die USA sehen den Einstieg des chinesischen Staatskonzerns Cosco beim Hamburger Hafen kritisch. Peking ist verärgert und spricht von »Zwangsdiplomatie«.
Ministeriumssprecher Lijian: Auf die USA nicht gut zu sprechen

Ministeriumssprecher Lijian: Auf die USA nicht gut zu sprechen

Foto: GREG BAKER/ AFP

Der geplante Einstieg des chinesischen Staatskonzerns Cosco bei einer Betreibergesellschaft des Hamburger Hafens ist nicht nur in Deutschland umstritten, sondern sorgt auch international für Kritik.

Nun verbittet sich China eine Einmischung der USA in das geplante Geschäft. Die Vereinigten Staaten hätten dazu kein Recht, sagte Außenministeriumssprecher Zhao Lijian auf einer Pressekonferenz in Peking einen Tag vor dem China-Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz. »Die pragmatische Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland ist Sache der beiden souveränen Länder.« Die Einmischung der USA sei symptomatisch für die von ihr praktizierte »Zwangsdiplomatie«.

Die chinesische Staatsreederei Cosco wollte ursprünglich 35 Prozent an dem Betreiber des Terminals erwerben. Das schürte jedoch Sorgen, China könne zu großen Einfluss auf strategisch wichtige Infrastruktur im Hafen gewinnen.

Nach einer hitzigen Debatte auch innerhalb der Ampelkoalition hatte die Bundesregierung in der vergangenen Woche beschlossen, dass Cosco nur eine Beteiligung von höchstens 24,9 Prozent erlaubt wird. Die USA begrüßten die Einschränkung. Sie hatten nachdrücklich dafür geworben, dass Cosco durch das Geschäft keine Beteiligung bekommt, die Peking eine entscheidende Rolle etwa bei Strategiefragen verschaffen würde.

mic/Reuters
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