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ANLEIHEN Handel mit der Inflation

aus DER SPIEGEL 5/1999

Anleger können innerhalb der Europäischen Währungsunion erstmals auf die Teuerungsrate spekulieren - mit einer sogenannten inflationsindexierten französischen Staatsanleihe. Bei dem auch in Deutschland gehandelten Papier wird sowohl zum dreiprozentigen Jahreszins als auch zum Rückzahlungsbetrag ein Ausgleich für die Inflation addiert, die in Deutschland und Frankreich inzwischen fast identisch ist. Steigen die Verbraucherpreise, steigt auch der Kurs der Anleihe - und umgekehrt. Der Nennwert ist jedoch auch im Falle einer Deflation garantiert. Georg Schuh, Rentenanalyst bei der Deutschen Bank, glaubt, daß die Teuerungsrate nun in etwa am Tiefpunkt angekommen ist. Er empfiehlt das Papier zum Kauf. Die Anleihe eigne sich auch für konservative Anleger, die eine steigende Inflation fürchten - oder bei der Rückzahlung der Anleihe im Jahr 2009 das Rentenalter erreicht haben. Denn der Fiskus behandelt den Inflationsausgleich auf den Rückzahlungswert der Anleihe wie einen Zinsertrag. Dadurch müssen berufstätige Anleger, die bei der Rückzahlung des Papiers das Rentenalter erreicht haben, infolge der dann niedrigeren Besteuerung deutlich weniger von ihrem Gewinn abführen. Schuh erwartet, daß auch andere europäische Staaten künftig derartige Anleihen auflegen.

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