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20. Januar 2009, 11:47 Uhr

Handelskonzern

Metro baut 15.000 Stellen ab

Der Handelskonzern Metro setzt auf ein drastisches Sparprogramm und will weltweit etwa 15.000 Arbeitsplätze abbauen. Das Unternehmen teilte mit, der Stellenwegfall solle möglichst ohne Kündigungen erfolgen.

Düsseldorf - Metro hat ein milliardenschweres Restrukturierungsprogramm aufgelegt, das den Abbau von insgesamt 15.000 Stellen einschließt. Das verlautete am Dienstag aus Konzernkreisen. Weitestgehend solle dies über "natürliche Fluktuation" erfolgen, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Unter anderem sollen Bereiche, die die Renditeanforderungen nicht erreichen, konsequent restrukturiert oder abgegeben werden.

Metro-Schriftzug am Einkaufswagen: Stellenabbau durch Fluktuation
DDP

Metro-Schriftzug am Einkaufswagen: Stellenabbau durch Fluktuation

In der Zahl der abzubauenden Stellen enthalten seien bereits bekannte Maßnahmen bei den Großverbrauchermärkten in Deutschland und bei Real. In Summe gehe es dort um eine Reduzierung von 4000 Stellen.

Metro wollte sich zu den Plänen für den Arbeitsplatzabbau offiziell nicht äußern, stellte aber am Dienstag in Düsseldorf das bis 2012 laufende "Effizienz- und Wertsteigerungsprogramm" mit dem Namen "Shape 2012" vor. Laut Metro-Chef Eckhard Cordes soll es das profitable Wachstum des Unternehmens langfristig sichern. Die Strukturen des Konzerns würden vereinfacht, "um ein Höchstmaß an Wachstumsdynamik und Kundenorientierung zu erreichen". Zugleich würden die Kosten deutlich reduziert.

"Angesichts der aktuellen Wirtschaftslage machen wir das Unternehmen damit auch wetterfest", sagte Cordes. Die Aktie des Dax-Konzerns legte am Vormittag mehr als acht Prozent zu.

Das Einsparpotential bezifferte das Unternehmen auf 1,5 Milliarden Euro. Davon entfalle etwa die Hälfte auf Kosteneinsparungen. Die andere Hälfte solle durch Produktivitätsverbesserungen und andere ergebnissteigernde Maßnahmen erreicht werden. Die daraus resultierende Ergebnisverbesserung hänge allerdings von der Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Absatzmärkten ab, hieß es weiter.

Die Metro-Gruppe mit den Vertriebslinien Metro/Makro Cash & Carry, Real SB-Warenhäuser, Media Markt und Saturn sowie Galeria Kaufhof Warenhäuser erzielte mit rund 300.000 Mitarbeitern an mehr als 2200 Standorten in 32 Ländern im vergangenen Jahr einen Umsatz von 68 Milliarden Euro.

kaz/dpa/AP/ddp

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