Handelskonzern Wal-Mart verbucht trotz Krise Rekordumsatz

Wal-Mart trotzt der Konsumkrise: Der US-Discounter machte im letzten Geschäftsquartal einen Rekordumsatz, aufs Jahr gerechnet stieg der Gewinn - auch wenn das schlechte Weihnachtsgeschäft die Einnahmen zuletzt einbrechen ließ. Der Konzern ist zuversichtlich, dass es jetzt bergauf geht.


Bentonville - Nur das Ende des Geschäftsjahres war nicht ganz so erfreulich: Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart hat wegen hoher Kosten für einen Rechtsstreit und negativer Währungseffekte im vierten Quartal einen Gewinnrückgang verbucht. Die Einnahmen stiegen allerdings trotz der Konjunkturtalfahrt.

Wal-Mart-Filiale in Massachusetts: Sparzwang beim Verbraucher
AP

Wal-Mart-Filiale in Massachusetts: Sparzwang beim Verbraucher

Der Überschuss gab um mehr als sieben Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar nach, wie Wal-Mart Chart zeigen am Sitz in Bentonville im US-Bundesstaat Arkansas am Dienstag mitteilte. Der Konzernumsatz stieg im Ende Januar abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal um knapp zwei Prozent auf den neuen Rekordwert von 109,1 Milliarden Dollar. Mit seinem um die Sondereffekte bereinigten Ergebnis übertraf der Branchenführer die Markterwartungen und seine eigenen, zuletzt gekappten, Prognosen. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel zu.

Das Weihnachtsgeschäft war zwar auch bei Wal-Mart schlechter als erhofft gelaufen. Bisher schlägt sich der Branchenführer aber in der Rezession vergleichsweise gut. Discounter profitieren noch am ehesten vom Sparzwang der Bürger. Der US-Konzern zeigte sich daher auch für das weitere Geschäft zuversichtlich. "Wir erwarten, dass dieser Schwung anhält", sagte der erst seit Monatsanfang amtierende Konzernchef Mike Duke.

In einem Arbeitsrechtsstreit hatte sich Wal-Mart gerade auf eine Vergleichszahlung von mehreren hundert Millionen Dollar geeinigt. Der wieder stärkere Dollar belastet den Konzern zusätzlich schwer: Der internationale Umsatz brach zuletzt um mehr als acht Prozent ein. Wechselkursbereinigt wäre er dagegen um neun Prozent gestiegen.

Im gesamten Geschäftsjahr 2008/2009, das am 31. Januar endete, stieg der Überschuss um mehr als fünf Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar. Der Umsatz kletterte um sieben Prozent auf 405,6 Milliarden Dollar.

Der Einzelhandelsriese hatte zuletzt vereinzelt Jobs gestrichen, im vergangenen Jahr aber weltweit rund 63.000 neue Stellen geschaffen. Insgesamt beschäftigt der Konzern mehr als zwei Millionen Menschen.

kaz/dpa



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