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DEUTSCHE BANK Handgranate gegen Kunden

aus DER SPIEGEL 50/1998

Die Deutsche Bank in Luxemburg wird von einem Erpresser bedroht, der offenbar eine Kundenliste mit Depot-Angaben besitzt. Da die Bank den Kauf dieser Belege ablehnt, verlangt der Erpresser von Bankkunden Schweigegelder. Vergangene Woche fand ein Kunde ein Schreiben des Erpressers mit einer Handgranate als Briefbeschwerer vor seinem Haus: Da die Deutsche Bank »zu unserem Bedauern« die Depot-Unterlagen nicht kaufen wolle, so das Schreiben, solle der Kunde 250 000 Mark zahlen. Falls er die Polizei einschalte, werde die nächste Granate »in Ihrem Auto, Büro oder Haus explodieren«. Der Mann wurde aufgefordert, »einen anonymen Brief, der auch als Beweis für unser Wissen dient«, an eine Vorstandssekretärin von der Deutschen Bank in Luxemburg« zu schreiben. Befolge der Kunde dies, werde ihm »keine Gewalt und auch kein finanzieller Schaden zugefügt«. Über verängstigte Kunden soll die Deutsche Bank zur Zahlung bewegt werden: »Falls sich Ihre Bank weigern sollte, melden wir uns wieder bei Ihnen.« Der bedrohte Mann jedenfalls macht bereits seine Bank für die Vermögensverlagerung verantwortlich: Sein Anlageberater habe ihn überredet, Geld »aus steuerrechtlichen Gründen nach Luxemburg zu verschieben«. Auf Anfrage bestätigte die Deutsche Bank in Luxemburg, daß seit ein paar Tagen ein Erpresserbrief vorliege; solche Drohungen seien üblich, darauf werde das Geldhaus nicht reagieren. Ob der Erpresser tatsächlich Kundenlisten besitzt, ist unklar.

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