Handy-Desaster Siemens stolperte über sechs Sünden

Trotz boomender Märkte hat der Technologiekonzern Siemens die Krise in seiner Mobilfunksparte nicht lösen können. Nach einer ganzen Pannenserie wird der gesamte Bereich an das taiwanische Unternehmen BenQ verkauft. SPIEGEL ONLINE beschreibt, was bei Siemens schief gelaufen ist.


Siemens-Handy vor BenQ-Schriftzug: Taiwaner wollen die Qualitätsmarke retten
DPA

Siemens-Handy vor BenQ-Schriftzug: Taiwaner wollen die Qualitätsmarke retten

Berlin - Der weltweite Handymarkt boomt, im ersten Quartal 2005 stieg der Absatz um 17 Prozent auf 180,6 Millionen Stück. Doch ausgerechnet die Handy-Sparte des Siemens-Konzerns kam partout nicht aus der Verlustzone.

Mehr als eine Millionen Euro pro Tag verbrannte der Bereich zuletzt. Die Mobiltelefone made in Germany blieben in den Regalen liegen. Der Weltmarktanteil sank im ersten Quartal dieses Jahres auf 5,5 Prozent - der niedrigste Stand seit 1999. Konkurrenten wie Nokia, Motorola und Samsung enteilten in weite Ferne.

Alles Gegensteuern half nicht. Weder der neue Tarifvertrag im Werk Kamp-Lintfort, in dem die Mitarbeiter sich zu längeren Arbeitszeiten verpflichteten, noch die Erklärung des neuen Siemens-Chefs Klaus Kleinfeld, der die Gesundung der Sparte Anfang des Jahres zur Chefsache erklärte, brachten die Wende. Nun übernimmt der Taiwanesische Konkurrent BenQ die Mobilfunkproduktion, Markenname inklusive.

Einen anderen Ausweg gab es wohl auch nicht, denn die zahlreichen Pannen der vergangenen Jahre haben das Handy-Geschäft im Konzern nahezu unrettbar ausgehöhlt. SPIEGEL ONLINE zeigt die zentralen Fehler.

Fehler 1: Die Trends verschlafen

Fehler 2: Netzbetreiber in die Flucht geschlagen

Fehler 3: Kein klares Profil geschaffen

Fehler 4: In der Preisschlacht aufgerieben

Fehler 5: Qualitätsprobleme belasten das Image

Fehler 6: Am Konsumgut gescheitert



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