Handy-Flop Nokia verliert Marktanteile, Aktie stürzt ab

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia erwartet nach einem miesen zweiten Quartal auch im restlichen Jahr keine Besserung. Die Aktie verliert zweistellig und fällt auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren.

Helsinki - Der Gewinn je Aktie sei im abgelaufenen Vierteljahr auf 0,15 Euro gesunken, nach einem Ergebnis von 0,19 Euro je Aktie ein Jahr zuvor, teilte Nokia   am Mittag mit. Für das laufende Quartal prognostizieren die Finnen einen weiteren Rückgang auf 0,08 bis 0,10 Euro. Analysten hatten bislang 0,14 Euro erwartet hatten.

Der Umsatz ging im Quartal um rund fünf Prozent auf 6,64 Milliarden Euro zurück. Die Erwartungen von Branchenexperten lagen bei einem Wert von 6,56 Milliarden Euro. Für das laufende Vierteljahr prognostiziert Nokia einen Umsatz von 6,6 bis 6,8 Milliarden Euro, was zum Vorjahr ebenfalls einen Rückgang bedeuten würde.

"Die Rentabilität des Unternehmens dürfte im zweiten Halbjahr weiter unter Druck geraten", hieß es in einer Mitteilung. Der Weltmarktführer, der derzeit bei Handys einen Marktanteil von 31 Prozent hat, musste zuletzt mit deutlichen Preisnachlässen auf die stärker werdende Konkurrenz reagieren. So hatte Rivale SonyEricsson   im abgelaufenen Quartal nach den am Vormittag vorgelegten Zahlen wegen kräftiger Nachfrage einen überraschend hohen Gewinn erzielt.

Im Markt wurden die Aussagen von Nokia als Gewinnwarnung gewertet. Die Aktien   reagierten mit kräftigen Kursverlusten auf den enttäuschenden Ausblick. Die Titel stürzten im Frankfurter Xetra-Handel am in der Spitze um mehr als 18 Prozent auf 9,34 Euro ab und markierten damit ein Sechs-Jahres-Tief.

Dies belastete auch die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten. "Der Ausblick ist wirklich schlecht: Nokia wird wohl die Preise im dritten Quartal erneut senken müssen, um wieder Marktanteile zu gewinnen", sagte Nomura-Analyst Richard Windsor.