Handy-Telefonate EU-Minister einigen sich auf Höchstpreise für Roaming

Einigung auf der Cebit: Für Handytelefonate über europäische Grenzen hinweg sollen Verbraucher bald deutlich weniger zahlen. Die zuständigen EU-Minister beschlossen, eine Obergrenze für die sogenannten Roaming-Gebühren festzulegen.


Hannover - Das teilte EU-Medienkommissarin Viviane Reding nach einem Treffen der Minister während der Computermesse mit. Details der Neuregelung beschlossen die Minister aber noch nicht. Ein Sprecher Redings erklärte am Rande des Treffens jedoch, es zeichne sich eine Höchstgrenze von 50 Cent pro Minute ab. Eine entsprechende Gesetzesvorlage soll noch im ersten Halbjahr 2007 erarbeitet und bis Juni endgültig unter Dach und Fach gebracht werden. Reding und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) betonten, eine Regelung sei aus Gründen des Verbraucherschutzes wichtig."Wir können das nicht dem Markt überlassen", so Glos.

Frau mit Handy am Strand: Preissenkungen von bis zu 70 Prozent
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Frau mit Handy am Strand: Preissenkungen von bis zu 70 Prozent

Die EU-Kommission hatte bereits vergangenen Sommer vorgeschlagen, eine solche Höchstgrenze für die Roaming-Gebühren festzusetzen. Brüssel versprach, das könne zu Preissenkungen von bis zu 70 Prozent führen: Von den geschätzten 8,5 Milliarden Euro im Jahr, die in der EU an Roaming- Gebühren fällig werden, würden also rund fünf Milliarden Euro wegfallen.

Auch das EU-Parlament, das eine solche Höchstgrenze ebenso wie der zuständige Minister-Rat absegnen muss, war dafür. Nach den ursprünglichen Vorstellung der EU-Abgeordneten sollte ein Anruf vom Ausland nach Hause aber maximal nur 48 Cent kosten dürfen und ein eingehender Anruf höchstens 33 Cent. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft und Kommissarin Reding hatten 50 beziehungsweise 25 Cent als Obergrenze vorgeschlagen.

Die EU-Minister sprachen dem Vernehmen nach nicht über das laufende Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission wegen einer Sonderregelung für die Deutsche Telekom bei der Entwicklung des neuen Breitbandnetzes VDSL. EU-Kommissarin Reding will erreichen, dass die Bundesregierung ihre Entscheidung rückgängig macht, das Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Telekom von der Wettbewerbsregulierung auszunehmen. Eine entsprechende Gesetzesänderung mit dem Ziel, die Investitionen der Telekom bei der Einführung der neuen Technik zu schützen, trat Ende Februar in Kraft. Gestern gewährte die EU-Kommission der Bundesregierung eine Fristverlängerung bis zum 28. März Zeit, um auf das Mahnschreiben zu reagieren.

ase/itz/dpa



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Michael Giertz, 20.09.2006
1.
---Zitat von sysop--- Sind die Mobilfunkbetreiber "Raubritter", oder rechtfertigen hohe Investitionen hohe Kosten? Diskutieren Sie mit! ---Zitatende--- Man könnte die Frage auch anders stellen: Würden Mobilfunkbetreiber ihre Netze billiger anbieten, müsste dann die Telekom & co ihr terrestrisches Netz dann nicht fast für lau anbieten und somit auf Anschlussgebühren & co verzichten ? Alles kostet Geld, manches mehr, manches weniger. Eine Infrastruktur, die auf im Orbit befindliche Sateliten setzt ist mit Sicherheit einiges teurer als eine Infrastruktur, die hier auf der Erde realisiert wurde. So gesehen sind die höheren Kosten durchaus berechtigt. Natürlich sollte trotzdem geprüft und vor allem reguliert werden, ob nicht die Preise unverhältnismäßig hoch sind. Aber eins ist sicher und muss / wird auch so bleiben: Die Kosten für die Nutzung des mobilen Netzes sind einfach höher als die für's Festnetz.
digidelic, 22.09.2006
2.
---Zitat von sysop--- Sind die Mobilfunkbetreiber "Raubritter", oder rechtfertigen hohe Investitionen hohe Kosten? Diskutieren Sie mit! ---Zitatende--- Wo sind denn die hohen Kosten ? Im E-Plus für 1ct die Minute telefonieren. Bei T-Mobile schon ab 6ct in alle Netze. Klingt doch fair und für meinen Geschmack auch preiswert. Wer Tarife mti Minutenpreisen bis zu 90ct nutzt, ist doch selber schuld. Ein Tarifwechsel ist doch nicht ein Problem.
firstart 24.09.2006
3.
---Zitat von digidelic--- Wo sind denn die hohen Kosten ? Im E-Plus für 1ct die Minute telefonieren. Bei T-Mobile schon ab 6ct in alle Netze. Klingt doch fair und für meinen Geschmack auch preiswert. Wer Tarife mti Minutenpreisen bis zu 90ct nutzt, ist doch selber schuld. Ein Tarifwechsel ist doch nicht ein Problem. ---Zitatende--- Dem kann ich nur beipflichten!!! Ich bin schon erstaunt, WIE günstig es mittlerweile ist. Seid einiger Zeit habe ich eine UMTS Flatrate für das Notebook. Obwohl die Technik noch nicht flächendeckend ist, bereits jetzt günstiger als DSL vor 2-3 Jahren
frsc01, 25.09.2006
4. Abzocke - ja klar!
Das UMTS-Rooming ist natürlich genau so eine "Abzocke" wie das Romming bei Handygesprächen. Alle Netzbetreiber suchen händeringend nach UMTS-Kunden. Der erhoffte "Boom" blieb nach Aufbau des UMTS-Netzes aus. Diese breitbandige Anbindung (200 - 400 KB/s.) benötigt man für das normale telefonieren nicht sondern ausschliesslich für den Datenverkehr. Da immer noch die wenigsten "Normaluser" mit Laptop unterwegs sind beschränkt sich die Nutzergruppe idR. auf Firmenkunden. Mit dem Handy zu surfen ist müßig - auch wenn die Displays zwischenzeitlich größer geworden sind. Das man hier natürlich schaut wie man nun für das teure UMTS-Netz Geld hereinbekommt ist klar - müssen halt die herhalten die mit Laptop und UMTS-Karte im Ausland rumschwirren (sind ja idR. eh Firmenkunden und es trifft keine "Armen")Daher wird hier das "Geschrei" nach Rooming-Abzocke deutlich leiser ausfallen als beim Handyrooming....(so hofft man wenigstens :-)
StefanPolke 25.09.2006
5. Per Handy ins Internet
Hallo zusammen, unglaubliche aber war. Bei O2 zahlte ich für 7MB mobiles Surfen unglaubliche 60€ !!! Dabei wollte ich nur geschwind im Hotelzimmer mit dem Handy und Laptop meine Mails abrufen. Wahnsinn! Für das Geld hätt ich mir lieber den Zimmerservice bestellt :o) Viele Grüße Stefan
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