Handy-Tricks EU geißelt unseriöse Klingeltonanbieter

Schluss mit der Abzocke: Die EU prangert unseröse Anbieter von Handy-Klingeltönen an. Die Mitgliedsstaaten sind aufgefordert, die Sünder zu bestrafen.

Brüssel - Die Methoden sind vielfältig: Auf manchen der von der EU-Kommission untersuchten Web-Seiten werden Klingeltöne oder Logos als gratis angepriesen - erwiesen sich dann aber doch als kostenpflichtig. Andere Betreiber verstecken vertragliche Details im Kleingedruckten.

Der typische Trick der Anbieter ist nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, den Verbrauchern beim Herunterladen eines Klingeltons oder Handy-Logos ein Abo unterzujubeln. In manchen Fällen seien die Vertragsbedingungen auch unauffindbar oder in einer fremden Sprache verfasst. Die Namen der Betreiber will die Behörde jedoch nicht nennen.

Unseriöse Anbieter gibt es viele: Von 558 untersuchten fielen der Kommission 466 negativ auf. Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva forderte deshalb die nationalen Behörden in den einzelnen Ländern auf, die unlauteren Verkaufspraktiken zu bestrafen.

In Deutschland wurden 20 bis 30 Web-Seiten beanstandet - das Bundesamt für Verbraucherschutz hat bereits angekündigt, die Anbieter abzumahnen. Notfalls würden die Verbände vor Gericht ziehen.

EU-Kommissarin Kuneva lehnte es ab, das EU-Verbraucherschutzrecht zu verschärfen. "Das ist nicht nötig, die existierenden Richtlinien müssen nur angewandt werden."

cvk/AP/dpa/Reuters

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