Handymarkt Österreich T-Mobile kauft Konkurrenten tele.ring

T-Mobile baut seine Marktstelllung in Österreich aus: In der Nacht hat der Mobilfunker den Kaufvertrag für das Konkurrenzunternehmen tele.ring unterschrieben. Doch während die Konzernvertreter feiern, fürchten die tele.ring-Mitarbeiter um ihre Jobs.


tele.ring-Mitarbeiter protestieren gegen die Übernahme: Mehr Kunden aber weniger Arbeitsplätze
DPA

tele.ring-Mitarbeiter protestieren gegen die Übernahme: Mehr Kunden aber weniger Arbeitsplätze

Wien/New York - Die tele.ring-Mitarbeiter erreichte die Nachricht am Morgen per SMS: T-Mobile hatte in der Nacht den Kauf ihrer Firma von deren US-Eigentümer Alltel endgültig unter Dach und Fach gebracht. Ein tele.ring-Sprecher bestätigte den Deal. Der Kaufpreis liegt dem Vernehmen nach bei 1,3 Milliarden Euro.

Tele.ring gilt als die größte Akquisition der Deutschen Telekom seit dem Kauf des US-Mobilfunkbetreibers VoiceStream vor fünf Jahren. Durch den Kauf kommen zu den 2,06 Millionen T-Mobile-Kunden in Österreich 1,08 Millionen weitere Nutzer dazu. Damit schließt das Bonner Unternehmen auf dem hart umkämpften österreichischen Mobilfunkmarkt fast mit dem Marktführer Mobilkom A1 gleich, der 3,3 Millionen Kunden unter Vertrag hat.

Der Aufsichtsrat der Telekom hatte den Kauf bereits letzte Woche durchgewinkt. Nun muss noch die europäische Kartellbehörde der Fusion zustimmen. Experten kritisieren die Fusion jedoch. Das Telefonieren mit dem Handy drohe jetzt teurer zu werden, weil T-Mobile und Mobilkom künftig zusammen 77 Prozent des Marktes beherrschen.

Und auch die tele.ring-Mitarbeiter dürften die morgendliche Kurzmitteilung auf ihrem Handy-Display mit wenig Euphorie aufgenommen haben: 300 von ihnen droht Berichten zufolge die Entlassung. Anfang August hatten tele.ring-Mitarbeiter bereits scharf gegen die geplante Übernahme protestiert.



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