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HARTE MARK DÄMPFT ÖLPREIS-DRUCK

aus DER SPIEGEL 14/1979

Bei der Ölverteuerung durch die Opec-Staaten kamen die Westdeutschen bislang noch glimpflich davon. Weil der Ölpreis in Dollar berechnet wird, die Mark aber gegenüber der US-Valuta ständig aufgewertet wurde, fielen sogar zeitweilig die westdeutschen Einfuhrpreise. Doch mit dem Aufwertungsdruck auf die Mark ist es nach Ansicht von Währungsprofis vorbei. Deshalb wird die jetzt von der Opec verkündete Teuerung spürbar auf die Verbraucherpreise durchschlagen. So verlangen beispielsweise die Charter- und Linienfluggesellschaften künftig Treibstoffzuschläge, die Reifenhersteller kündigten Aufschläge bis zu 50 Prozent an, und auch Benzin und Heizöl sollen teurer werden. EG-Energiekommissar Guido Brunner fürchtet, daß die Inflation im Durchschnitt der Gemeinschaft um 0,3 Prozentpunkte beschleunigt wird und das Wirtschaftswachstum um 0,4 Punkte geringer ausfällt. Zwar gilt der jüngste Opec-Preisschub als maßvoll. Aber die Opec überließ es jedem Förderland, auch noch kräftiger zuzulangen. Algerien etwa hob denn auch seinen Preis für die Sorte Arabian light gleich um 25 Prozent an -- wobei allerdings noch nicht sicher ist, ob sich diese Erhöhung am Markt auch tatsächlich durchsetzen läßt.

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