Harter Sparkurs Lufthansa wird mehr als 2000 Arbeitsplätze streichen

Mit dem Abbau von über 2000 Stellen sowie einem umfangreichen Kostensenkungsprogramm will die Lufthansa auf den zunehmenden Konkurrenzdruck reagieren. Gleichzeitig gab Billigflieger Ryanair ein Rekordergebnis bekannt.


Lufthansa-Leitwerke: Überkapazitäten und Konkurrenzdruck
DDP

Lufthansa-Leitwerke: Überkapazitäten und Konkurrenzdruck

Frankfurt am Main/Dublin - Die Lufthansa müsse ihre Kosten von insgesamt 17 Milliarden Euro pro Jahr nachhaltig senken, kündigte Personalvorstand Stefan Lauer in der neuen Ausgabe der Mitarbeiterzeitung "Lufthanseat" an. Dazu zwinge der Preisverfall nicht zuletzt wegen Überkapazitäten und des Vordringens der Billigflieger. "Wir sind noch weit entfernt von den Gewinnen, die wir brauchen, um im Wettbewerb mitzuhalten und zu wachsen", erklärte Lauer .

Den genauen Umfang der geplanten Stellenstreichungen wollte er nicht nennen. "Das kann heute noch keiner sagen, das wäre reine Spekulation." Zuletzt hatte der Betriebsratsvorsitzende Manfred Calsow von 2000 der insgesamt 59.000 Arbeitsplätze im Inland gesprochen, die abgebaut werden sollen. "Wir müssen davon ausgehen, dass sich diese Zahl noch erhöhen wird", erklärte nun Lauer.

Druck von unten

Allein bei den Personalkosten wird ein Sparpotenzial von 300 Millionen Euro angepeilt. Dazu werden neben dem Stellenabbau auch längere Arbeitszeiten und Jahresarbeitszeitsysteme ins Auge gefasst.

Zweiter Schwerpunkt ist die Neuorganisation des Lufthansa-Linienverkehrs in Europa. Der Kontinentalverkehr sei nicht wirtschaftlich genug, um gegen die Billigflieger, die Überangebote und den daraus resultierenden Preisverfall bestehen zu können, sagte Lauer. Dazu will der Vorstand in der kommenden Woche erste Vorschläge unterbreiten.

Ryanair mit Rekordergebnis

Ryanair-Flieger: Spott und Häme
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Ryanair-Flieger: Spott und Häme

Der irische Billigflieger Ryanair hat im vergangenen Halbjahr einen Rekordgewinn von 175,5 Millionen Euro verbucht, ein Plus von 16 Prozent. Das ist besser als Analysten in London erwartet hatten. Die Zahl der Passagiere nahm in den sechs Monaten bis zum 30. September um 45 Prozent auf 11,3 Millionen zu.

Damit habe Ryanair die Zweifler einmal mehr Lügen gestraft, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Montag. Ziel der Gesellschaft ist es, die Zahl der Passagiere von 15 Millionen im vergangenen Geschäftsjahr auf 24 Millionen in diesem Geschäftsjahr zu steigern. Für das zweite Halbjahr erwartet O'Leary weiter starkes Wachstum. Der Gewinn je Passagier werde aber fallen, da das Streckennetz enorm angewachsen sei. Um die Maschinen auszulasten, wolle Ryanair weiter die Preise senken.



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