Hartz-Nachfolge Wahl sorgt für Eklat im Aufsichtsrat

Ganz so harmonisch, wie es der Volkswagen-Aufsichtsrat der Öffentlichkeit weiß machen will, ist die Nachfolgeregelung für den zurückgetretenen Personalvorstand Peter Hartz nicht verlaufen. Im Gegenteil: Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet von einem Eklat.


Frankfurt am Main - Audi-Arbeitsdirektor Horst Neumann wurde in der heutigen Aufsichtsratssitzung gegen den Willen der meisten Anteilseignervertreter zum Personalvorstand gewählt, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". IG-Metall-Chef Jürgen Peters habe seinen Wunschkandidaten Neumann im Schulterschluss mit Aufsichtsratschef Ferdinand Piech in einer Kampfabstimmung durchgesetzt.

Dabei hätten auf der Seite der Anteilseignervertreter neben Piëch auch der ehemalige Aufsichtsratschef Klaus Liesen und TUI-Chef Michael Frenzel für Neumann gestimmt. Peters und Piech sei zu Gute gekommen, dass ein Kapitalvertreter wegen Krankheit nicht an der Sitzung teilgenommen habe. Mit 13 von 19 Stimmen sei die erforderliche Zweidrittelmehrheit in der Abstimmung knapp erreicht worden. Der Zeitung zufolge sprachen sich der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der als Vertreter des VW-Großaktionärs Niedersachsen im Aufsichtsrat sitzt, sowie VW-Chef-Bernd Pischetsrieder intern gegen Neumann aus.

Ein VW-Sprecher wollte sich heute Abend nicht zu dem Bericht äußern. Der 56 Jahre alte Neumann soll seinen neuen Posten zum 1. Dezember übernehmen. Die Gewerkschaft IG Metall, die bei VW traditionell eine starke Position einnimmt, hat auf die Berufung des Arbeitsdirektors großen Einfluss. Der Audi-Manager, der mit der SPD-Parteilinken Andrea Nahles liiert ist, war mehrere Jahre stellvertretender Leiter der Wirtschaftsabteilung der IG-Metall-Zentrale in Frankfurt.



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