Hauptstadtflughafen BER soll noch einmal 1,1 Milliarden Euro mehr kosten

Der neue Hauptstadtflughafen wird offenbar noch einmal deutlich teurer. Laut "Bild"-Zeitung müssen weitere 1,1 Milliarden Euro in das Projekt gesteckt werden, damit der Großflughafen fertiggestellt werden kann.
Arbeiter vor Abflughalle des BER: Kosten steuern auf sechs Milliarden Euro zu

Arbeiter vor Abflughalle des BER: Kosten steuern auf sechs Milliarden Euro zu

Foto: Ralf Hirschberger/ dpa

Berlin - Wann der neue Großflughafen Berlin Brandenburg (BER) eröffnet, ist derzeit ebenso ungewiss wie die tatsächlichen Kosten für das Projekt. Der "Bild"-Zeitung zufolge müssen weitere 1,1 Milliarden Euro aufgebracht werden, um garantieren zu können, dass der Hauptstadtflughafen fertiggestellt werden kann. Das Blatt beruft sich dabei auf einen geheimen Bericht des Projektsteuerers WSP/CBP.

In die Kosten fließen dem Bericht zufolge unter anderem Bau- und Planungsmaßnahmen und der Schallschutz ein. Auch der durch die Verschiebung des Eröffnungstermins längere Zeitraum für die Baustellenkontrolle am Flughafen macht sich demnach finanziell bemerkbar. Insgesamt beliefen sich die Kosten für den Flughafen dann auf 5,7 Milliarden Euro - nachdem man vorher von einer Gesamtsumme von gut viereinhalb Milliarden Euro ausgegangen war.

Der "Bild"-Zeitung zufolge gliedern sich die Mehrkosten in folgende Posten auf: 125 Millionen Euro entfallen auf Prognoseerhöhungen, die der Aufsichtsrat bereits seit April 2013 genehmigen musste. 170 Millionen Euro seien für weitere Planungs- und Baumaßnahmen eingeplant. 240 Millionen Euro kostet demnach die längere Sicherung und Kontrolle der Baustelle - pro Monat seien das zwischen 17 und 18 Millionen Euro. 290 Millionen Euro müssten in besseren Schallschutz für die Anwohner investiert werden, 75 Millionen Euro sind für Sonstiges eingeplant und aufgrund offener Fragen wie Schadensersatzklagen, Brandschutz oder Firmenforderungen empfiehlt WSP/CBP dem Bericht zufolge einen zusätzlichen Risikopuffer von 205 Millionen Euro.

Die Einnahmeausfälle von rund 17 Millionen Euro monatlich durch die geringeren Gebühren in Tegel berücksichtigt der Projektsteuerer WSP/CBP offenbar nicht. Sollten die Gesellschafter die Kosten übernehmen, würden sie anteilig auf Berlin und Brandenburg verteilt, die jeweils 37 Prozent übernehmen müssten. Der Bund müsste für die übrigen 26 Prozent haften.

Noch haben die Verantwortlichen für das Flughafenprojekt keine konkreten Zahlen vorgelegt, heißt es in dem Zeitungsbericht. Auch für die Eröffnung des Großflughafens gebe es noch keinen neuen Termin. Dabei wurde eine bauliche Fertigstellung des Flughafens für den Jahreswechsel 2014/2015 angenommen. Die frühestmögliche Eröffnung wäre nach einem sechsmonatigen Probebetrieb dann Mitte 2015.

nck