Hauptversammlung Daimler-Chef verspricht Steigerung des Gewinns

US-Rezession, CO2-Diskussion, teurer Euro - die Rahmenbedingungen für eine rege Autonachfrage waren schon einmal besser. Trotzdem sieht sich der Stuttgarter Daimler-Konzern für die Zukunft gerüstet. Sogar die Gewinne sollen weiter steigen.


Berlin - "Wir sind gut gewappnet, um den aktuellen gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen", sagte Vorstandschef Dieter Zetsche am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin laut Redetext. Zwar werde die Nachfrage in Amerika schwächer ausfallen, dies treffe aber die Oberklasse-Autos von Mercedes weniger als den Massenmarkt.

Daimler-Chef Zetsche (Archiv): Währungsrisiko abgesichert

Daimler-Chef Zetsche (Archiv): Währungsrisiko abgesichert

Zetsche hält deshalb an der Erwartung fest, dass das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft 2008 kräftig steigen werde: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Damals hatte Daimler den Rekordwert von 8,7 Milliarden Euro erzielt, davon etwa eine Milliarde Euro durch Sondereffekte. Daimler strebe bis 2010 im Pkw- und Lkw-Geschäft eine Umsatzrendite von neun Prozent an, versprach Zetsche. Die Pkw-Gruppe um Mercedes-Benz und Smart solle sogar zehn Prozent erwirtschaften. Bei Lastwagen sollen es acht Prozent werden.

Zetsche benannte aber auch die Schwierigkeiten, denen der Konzern gegenübersteht. Dazu gehörten neben der Kreditkrise in den USA die weitere Abschwächung des Dollar, gegen die das Unternehmen für 2008 aber zu 80 Prozent abgesichert sei. Für 2009 habe man Sicherungsgeschäfte für 40 Prozent des Geschäfts abgeschlossen.

Aber auch die weltwirtschaftliche Entwicklung und die Rohstoffpreise machten Zetsche Sorgen. "Aktuell lässt die ökonomische Großwetterlage eher Gegen- als Rückenwind erwarten", sagte er. Wegen des Aufschwungs der Schwellenländer rechne er aber mit einem Plus von zwei Prozent im weltweiten Automarkt. Dieser werde 2008 um rund zwei Prozent wachsen, sagte Zetsche voraus.

Für 2007 hat der Vorstand seinen Aktionären eine Dividende von zwei Euro vorgeschlagen. In den vergangenen Jahren hatte sie bei 1,50 Euro gelegen. Die Hauptversammlung soll den Vorstand zudem ermächtigen, erneut ein Aktienrückkaufprogramm zu starten.

mik/Reuters/dpa-AFX



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