Hauptversammlung Freenet-Aktionäre in Fusionslaune

Die geplante Fusion von Mobilcom und Freenet ist nun auch auf der Hauptversammlung des Internet-Anbieters gebilligt worden. Bei dem Aktionärstreffen ging es - anders als bei der Mobilcom-Hauptversammlung Anfang der Woche - friedlich zu.


Künftiger Mobilcom/freenet-Chef Spoerr auf der HV: Dividendenzahlung nicht kategorisch ausgeschlossen
DPA

Künftiger Mobilcom/freenet-Chef Spoerr auf der HV: Dividendenzahlung nicht kategorisch ausgeschlossen

Hamburg - Einen Tag nach den Mobilcom-Aktionären stimmte die Hauptversammlung von Freenet mit 99-prozentiger Kapitalmehrheit für die Verschmelzung. Damit können die beiden im TecDax gelisteten Unternehmen zum zweitgrößten deutschen Mobilfunkdienstleister und Internetanbieter fusioniert werden. Die Mobilcom-Eigner hatten das Vorhaben bereits auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Mittwoch mit großer Mehrheit gebilligt.

Während auf der zweitägigen Mobilcom-Versammlung lange über die Rolle des neuen Großaktionärs Texas Pacific (TPG) gestritten wurde, spielte dieses Thema bei Freenet nur am Rande eine Rolle. Freenet-Chef Eckhard Spoerr ließ offen, ob es nach der Fusion zu einer Milliardenausschüttung kommen könnte.

Er verwies lediglich darauf, dass TPG erklärt habe, eine Sonderdividende nicht als vorrangiges Ziel zu verfolgen. Teile der Belegschaft von Mobilcom sowie Kleinaktionäre befürchten, dass TPG eine teils kreditfinanzierte Milliarden-Ausschüttung durchsetzen könnte, falls die neue Gesellschaft keine größeren Akquisitionen tätigen kann. Im Rahmen der Verschmelzung werden stille Reserven von 800 Millionen bis einer Milliarde Euro gehoben.

Was planen die Texaner?

Der US-Investor TPG ist mit 28 Prozent größter Anteilseigner der Mobilcom AG und wird nach deren Fusion mit Freenet direkt und indirekt knapp 19 Prozent an der neuen Gesellschaft halten. Spoerr soll Vorstandschef der fusionierten Gesellschaft werden.

Die außerordentliche Hauptversammlung von Mobilcom entschied außerdem, nun doch keine Schadenersatzklage gegen den ehemaligen Großaktionär France Telecom anzustrengen. Eine Gruppe um Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid hatte eine Klage auf rund drei Milliarden Euro gegen France Telecom durchsetzen wollen.

Mobilcom und Freenet sollen zunächst zur Telunico Holding verschmolzen werden, die später in mobilcom-freenet AG umbenannt wird. Freenet-Aktionäre sollen je eigenen Anteilsschein 1,15 Telunico-Aktien erhalten, Mobilcom-Aktionäre eine Telunico-Aktie.

Die Freenet-Aktie schloss am Donnerstag mit 22,83 Euro 0,5 Prozent im Minus, das Mobilcom-Papier verlor 0,25 Prozent auf 19,95 Euro.



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