Hegemonialpläne Roland Bergers Welteroberungskonzept

Den Roland-Berger-Chef wurmt es, dass er mit seiner Unternehmensberatung in den USA noch nicht zu den ganz Großen gehört. Für das kommende Jahr hat Burkhard Schwenker seinen Konkurrenten deshalb den Kampf angesagt. Kunden will er mit aggressiven Wachstumsstrategien ködern.


Attacke auf die Konkurrenz: Burkhard Schwenker hat ehrgeizige Auslandsziele
DDP

Attacke auf die Konkurrenz: Burkhard Schwenker hat ehrgeizige Auslandsziele

Hamburg - Die Zeit für Sanierungs- und Sparkonzepte ist vorbei, jedenfalls für Burkhard Schwenker, den neuen Chef des Berater-Konzerns Roland Berger. Künftig, so Schwenker gegenüber der "Welt", werde das Unternehmen seine Klienten wieder verstärkt in Richtung Wachstum trimmen.

Im Grunde vollzieht der neue Roland-Berger-Chef damit selbst genau den Schwenk, der seiner Meinung nach in Unternehmen viel zu oft hinausgezögert wird. "Ich bin ein Anhänger des klassischen Lehrsatzes, wonach sich ein Unternehmen auf das konzentrieren sollte, was es am besten kann."

Was die Erfolgsaussichten seiner Kehrtwende betrifft, hegt Schwenker nicht den geringsten Zweifel. Besonders in den USA sieht er Wachstumschancen. Um zwei bis vier Prozent werde das US-Geschäft im nächsten Jahr wachsen - doch was für den Durchschnitt gilt, ist Schwenker nicht gut genug. 25 bis 30 Prozent Plus hat er als Benchmark an seine rund 100 US-Mitarbeiter ausgegeben.

Größer, jedenfalls was die absoluten Zahlen angeht, sind seine Anforderungen nur noch für den chinesischen Markt. Doch in einem Markt, der in allen Bereichen boomt, dürfte sich dieses Vorhaben leichter realisieren lassen.

In Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien will Schwenker mit seinen Beratern künftig so aufgestellt sein wie in Deutschland. Hier belegte Roland Berger 2002 gemessen am Umsatz nach McKinsey Platz zwei unter den Top zehn Managementberatungs-Unternehmen.

Schwenker hatte im Juli dieses Jahres die Geschäftsführung als Nachfolger von Firmengründer Roland Berger übernommen. Er gilt als "Arbeitstier" und "Zahlenmensch".



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