Heißgetränk Spekulanten treiben Kaffeepreise

Kaffee ist derzeit so teuer wie seit sechs Jahren nicht mehr. Experten rechnen mit weiter steigenden Preisen. Grund dafür: Investoren haben den Bohnentrank als Spekulationsobjekt entdeckt.


Kaffeebohnen: Anleger setzen auf Agrarprodukte
DPA

Kaffeebohnen: Anleger setzen auf Agrarprodukte

Berlin - "Der Aufwärtstrend bei den Preisen für Rohkaffee ist weiterhin in Takt", sagte Eugen Weinberg, Rohstoff-Analyst der DZ Bank, dem "Tagesspiegel am Sonntag". Das könnte bedeuten, dass sich auch die Verbraucher auf weiter steigende Preise einstellen müssen.

Der Grund für die Teuerung sei der verstärkte Einstieg von Börsenspekulanten ins Kaffeegeschäft. "Seit Rohstoffe wie Öl und Metalle zu teuer geworden sind, haben die Anleger Agrar- und Tropenprodukte als Investitionsobjekte entdeckt", erläuterte Weinberg die Entwicklung in der Zeitung. Das lasse die Preise steigen. "Die großen Investoren sind wieder eingestiegen, weil die internationalen Kaffeeunternehmen steigende Preise vorausgesagt haben", sagte Analyst Mark Hubbard von ABN Amro. 2003 hat der Börsenpreis für ein Pfund Kaffee demnach noch bei 0,60 Dollar gelegen. Am vergangenen Freitag lag der Kurs bei 1,10 Dollar.

Der Deutsche Kaffeeverband gibt dem Bericht zufolge hingegen Entwarnung. "Wir gehen davon aus, dass weitere Preissteigerungen in diesem Jahr nicht mehr stattfinden werden", sagte Hauptgeschäftsführer Winfried Tigges der Zeitung. Auch eine Tchibo-Sprecherin erwartete keine dritte Preiserhöhung. Die Kaffeepreise haben nach zwei Preiserhöhungen in diesem Jahr den höchsten Stand seit sechs Jahren erreicht.



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