Energiekosten Koalition einigt sich auf Verdopplung des Heizkostenzuschusses

Wohngeldempfänger sowie viele Studenten und Auszubildende sollen im Sommer einen doppelt so hohen Zuschuss zu den Heizkosten bekommen wie bisher geplant. Das beschloss die Ampelkoalition.
Heizkostenzuschuss wird verdoppelt: »Wir wissen, dass gerade einkommensschwächere Haushalte leiden«

Heizkostenzuschuss wird verdoppelt: »Wir wissen, dass gerade einkommensschwächere Haushalte leiden«

Foto: Marcus Brandt / dpa

Angesichts der drastisch steigenden Energiepreise soll der von der Bundesregierung geplante Heizkostenzuschuss nach Angaben der SPD-Bundestagsfraktion verdoppelt werden. Das teilte Fraktionsvize Verena Hubertz am Mittwoch mit.

Unterstützung soll es für Wohngeldbezieher, für Studenten mit Bafög, Bezieher von Aufstiegs-Bafög und Berufsausbildungsbeihilfe geben. Wohngeldbezieher, die allein leben, bekommen nun statt der ursprünglich geplanten 135 Euro 270 Euro, Zweipersonenhaushalte erhalten nun 350 Euro. Für jeden weiteren Mitbewohner sind noch einmal 70 Euro vorgesehen. Studenten, Auszubildende und andere Berechtigte erhalten pauschal 230 Euro.

Nach früheren Angaben profitieren davon rund 2,1 Millionen Bürger, etwa Rentnerinnen und Rentner, Alleinerziehende oder Menschen, die wenig verdienen. Sie sollen das Geld ohne Antrag direkt auf ihr Konto überwiesen bekommen.

»Niemand sollte in einer kalten Wohnung leben müssen.«

SPD-Fraktionsvize Verena Hubertz

Hubertz begründete die Erhöhung mit der Preisentwicklung für Energie und Wärme. »Wir wissen, dass gerade einkommensschwächere Haushalte unter den steigenden Energiepreisen leiden«, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. »Doch niemand sollte in einer kalten Wohnung leben müssen, darum bringen wir den Zuschuss noch in dieser Woche auf den Weg.« Er soll am Donnerstag im Bundestag beschlossen werden.

Sie rechne mit einer Auszahlung spätestens zum Ende des Jahres, wenn die Nebenkostenabrechnungen anstehen, sagte Hubertz. Es müssten allerdings noch weitere Entlastungsschritte folgen, etwa für Familien, die keinen Anspruch auf Wohngeld hätten, und für Unternehmen, die unter hohen Energiepreisen litten.

Weitere Entlastungsmöglichkeiten im Gespräch

Auch FDP-Fraktionschef Christian Dürr betonte, er sei froh, dass die Ampelkoalition schnell reagiere und zusätzliche Entlastungen schaffe. Der Zuschuss vor allem für Geringverdiener sei ein wichtiger erster Schritt. »Wir werden noch diese Woche über weitere Entlastungsmöglichkeiten mit den Koalitionspartnern beraten«, kündigte er an.

Auf den Energiemärkten herrscht vor allem seit der russischen Invasion in die Ukraine Panik. Die Marktpreise für Öl, Gas und Kohle stiegen in den vergangenen Wochen extrem und werden mit einiger Verzögerung auch an die Verbraucherinnen und Verbraucher durchgereicht. Tipps zum Energiesparen finden Sie hier.

sol/dpa/afp
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