Heizölpreise Nachkriegsrekord bald erreicht

Gut einen Monat vor Herbstbeginn haben die Heizölpreise mit fast 90 Pfennig pro Liter einen Höchststand erreicht. Sinkende Preise sind nicht in Sicht.


Konvoi von Heizöl-Lkw
AP

Konvoi von Heizöl-Lkw

Hamburg - "Es gibt keinen Grund davon auszugehen, dass es billiger werden sollte", sagte Karl-Heinz Schult-Bornemann von der Esso in Hamburg. Heizöl kostete am Freitag nach seinen Angaben 87 Pfennig pro Liter. Die "Bild"-Zeitung hatte Informationen des Erdöl-Informationsdienstes (EID) zitiert, der von Spitzenwerten von 89 Pfennig berichtet. Die Differenz zum Nachkriegsrekord von 1985 betrage damit nur noch acht Mark pro hundert Liter, hieß es.

Esso-Sprecher Schult-Bornemann erinnerte beim Vergleich aber daran, dass 1985 das Heizöl erst mit einem Pfennig Steuern belastet gewesen sei, heute dagegen mit zwölf Pfennig pro Liter. Er begründete den Preisanstieg mit den hohen Rohölkosten – etwa 30 Dollar pro Barrel - und dem starken Dollar.

Schult-Bornemann wies auch darauf hin, dass die Tanks der Verbraucher - auch international - momentan leerer seien als sonst zu dieser Zeit. "Viele haben noch die niedrigen Preise von Anfang 1999 im Kopf und deshalb immer nur kleine Mengen gekauft", erklärte er. In den Monaten September, Oktober und November ließen die deutschen Ölkunden traditionell den Tank für den Winter füllen, was zu mehr Nachfrage und noch höheren Preisen führen könnte.

Der Sprecher des Mineralölunternehmens Shell, Rainer Winzenried, erklärte ebenfalls, Preissenkungen bei Benzin und Diesel seien nicht in Sicht. Er sagte: "Wir betrachten die weltweit leeren Lager mit Sorge - Autofahrer müssen leider mit weiterhin hohen Preisen rechnen."



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.