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Industrie-Lobby Henkel unter Druck

aus DER SPIEGEL 35/1996

Die Chancen, daß der amtierende BDI-Chef Hans-Olaf Henkel Ende November erneut für den wichtigsten Verbandsjob in der deutschen Wirtschaft kandidiert, werden geringer. Der ehemalige IBM-Europachef gerät durch die Affäre um den Verkauf eines ehemaligen IBM-Grundstücks in Berlin immer stärker unter Druck. Vergangene Woche bestätigte die Münchner Staatsanwaltschaft, daß gegen Henkel wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermittelt wird. Im Gespräch für die Nachfolge des umstrittenen BDI-Chefs sind ein halbes Dutzend Spitzenmanager, die zum Teil schon früher als potentielle BDI-Präsidenten gehandelt wurden, darunter der Kölner Firmenchef Arend Oetker, der hessische Familienunternehmer Jürgen Heraeus und der frühere Chef des Maschinenbauverbandes, Berthold Leibinger. Die drei Industriellen sitzen bereits im Präsidium des BDI. Gute Chancen, Henkel zu beerben, werden auch dem Brüsseler Europachef des Anlagekonzerns ABB, Eberhard von Koerber, eingeräumt. Der ehemalige ABB-Deutschlandchef hatte maßgeblich dazu beigetragen, daß Henkel Ende 1994 zum BDI-Chef gewählt wurde. Konzernchefs aus dem süddeutschen Raum würden am liebsten den BMW-Politik-Vorstand Horst Teltschik auf den einflußreichen Lobby- Job setzen. Allerdings dürfte die Kandidatur des smarten Managers kaum breite Unterstützung finden. Viele Unternehmer fürchten, der ehemalige Kanzlerberater könnte sich gegenüber der Regierung allzu nachgiebig zeigen.

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