Hessen Flughafen Frankfurt wird ausgebaut, Nachtflugverbot gekippt

Größer, länger, weiter: Die hessische Landesregierung hat den jahrelang umstrittenen Ausbau des Frankfurter Flughafens genehmigt. Besonders bitter für die Kritiker: Das geplante Nachtflugverbot wird aufgeweicht.


Wiesbaden - Nach der Erweiterung von Deutschlands größtem Flughafen um eine vierte Landebahn werden pro Nacht 17 Flüge zugelassen, teilte Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) heute in Wiesbaden mit. Den Ausbau des Flughafens genehmigte Rhiel bei dieser Gelegenheit offiziell.

Vorrang hätten bei den Nachtflügen Frachtflüge von in Frankfurt ansässigen Airlines. Die Landesregierung hatte den in der Bevölkerung aufgrund des zusätzlichen Lärms und der Rodung von mehreren hundert Hektar geschützten Stadtwaldes umstrittenen Ausbau ursprünglich an ein Nachtflugverbot gebunden.

Das seit 1998 diskutierte Vorhaben soll die Kapazität von Deutschlands größtem Flughafen von derzeit knapp 500.000 auf rund 700.000 Starts und Landungen steigern. Anliegerkommunen und Bürgerinitiativen wollen das auf rund vier Milliarden Euro veranschlagte Vorhaben wegen der Belastungen für die Region vor Gericht anfechten.

Grund für die Aufweichung des Nachtflugverbots sei die hohe internationale Bedeutung des Frankfurter Flughafens als Drehscheibe für den Fracht- und Passagierverkehr, erklärte Rhiel. Zwischen 23 und 5 Uhr hätten Flüge daher nicht komplett verboten werden können. Nach den Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts zu den Nachtflügen in Leipzig und München befürchtete Hessen zudem, dass ein komplettes Nachtflugverbot im Nachhinein gerichtlich gekippt worden wäre.

sam/AFP/dpa



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