Umstrittenes Projekt Clinton lehnt Bau von Keystone-Pipeline ab

Die Pipeline Keystone XL soll einmal Öl von Kanada bis nach Texas transportieren. US-Präsident Barack Obama entscheidet in den kommenden Monaten über das umstrittene Projekt. Die Favoritin auf seine Nachfolge hat nun erklärt, dass sie den Bau ablehnt.

Präsidentschaftsbewerberin Clinton: "Ich lehne das Projekt ab"
AP/dpa

Präsidentschaftsbewerberin Clinton: "Ich lehne das Projekt ab"


Die Anhänger der US-Demokraten hatten seit Monaten auf eine klare Antwort von Hillary Clinton gewartet. Befürwortet sie den Bau der Pipeline Keystone XL, die kanadisches Öl durch die USA bis nach Texas pumpen soll? Oder lehnt die Präsidentschaftsbewerberin das Projekt ab?

Nun sagte Clinton während eines Wahlkampfauftritts in Iowa: "Ich lehne es ab." Die Pipeline lenke von der wichtigen Arbeit ab, die im Kampf gegen den Klimawandel vor den Vereinigten Staaten liege. "Der Bau der Pipeline ist nicht das, was wir tun sollten, um die globale Erwärmung zu bekämpfen." Bislang hatte es Clinton stets abgelehnt, sich zu Keystone XL zu äußern - mit der Begründung, dass eine klare Positionierung für sie als ehemaliges Mitglied der Obama-Regierung unangebracht sei.

In den USA wird seit 2010 über das Projekt debattiert. Die Republikaner befürworten den Bau, das Außenministerium arbeitet derzeit an einem Prüfbericht, auf dessen Grundlage US-Präsident Barack Obama entscheiden soll. Die Bau soll knapp zwei Jahre dauern. In dieser Zeit könnten rund 3900 Bauarbeiter beschäftigt werden, später rechnet die Regierung mit 35 Vollzeitjobs, die durch Keystone XL geschaffen werden.

Innerhalb der Demokraten streiten zwei Lager: Auf der einen Seite stehen die Gewerkschaften, die das Projekt wegen der Arbeitsplätze befürworten. Umweltschützer auf der anderen Seite lehnen den Bau entschieden ab, weil die Pipeline die Attraktivität erneuerbarer Energien senke.

Bernie Sanders, Clintons wichtigster Konkurrent im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, hatte bereits vor Monaten seinen Widerstand gegen Keystone XL verkündet.

Die kanadische Regierung reagierte trotzig auf Clintons Äußerungen. "Das amerikanische Volk unterstützt das Projekt", sagte der konservative Premierminister Stephen Harper, der den Bau vorantreibt.

Umweltschützer verbuchten Clintons Bekenntnis als Erfolg. "Die heutige Nachricht ist ein großer Erfolg für unsere Bewegung", sagte May Boeve, Anführerin eines Anti-Pipeline-Bündnisses. "Das erhöht den Druck auf Präsident Obama, das Projekt ein für alle Mal zu beerdigen."

syd/Reuters/AP



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GaliX622 23.09.2015
1. Berufspolitiker
Die Frau ist Berufspolitiker und man kann bei diesen Leuten auf var keine Aussage vor der Wahl vertrauen...
jamguy 23.09.2015
2. Projekt
Der Transport des Öles auf andere Art der Umwelt möglichgerweise noch undienlicher und bläst im Gesammtvolumen möglicherweise mehr Dreck in die Atmosphäre?
naive is beautiful 23.09.2015
3. zu dumm - immer diese lästigen Wahlquotenthemen
Rein wirtschaftlich und energiesicherheitspolitisch gesehen gesehen ist Keystone zweifellos ein Thema, mit dem wirtschafts- und verbraucherpreisfreundlich orientierte Politiker und Parteien punkten können: Die Pipeline macht die USA NOCH unabhängiger von Energieimporten. Ich befürchte deshalb, dass Hillary Clinton mit ihrer dezidierten Haltung zu Keystone ein klassisches Eigentor schießt. Der überwältigenden Mehrheit der US-Amerikaner ist es schnurzpiepegal, aus welchen Quellen ihre Steckdosen, ihr Auto, ihre Heizung und ihr Pool im Garten angetrieben oder befeuert werden. Sie werden dem-/derjenigen ihre Stimme geben, die ihnen am Glaubhaftesten versichert, dass die durchschnittliche Energiekostenrechnung eines US-Haushalts nicht steigen wird, und das am Liebsten für die nächste Wahlperiode garantiert. Frau Clinton wird mit ihrer Haltung hierzu nicht punkten können. Nicht nur ALLE ihre republikanischen Widersacher, sondern auch einige Bewerber der demokratischen Fraktion haben die Volksmehrheit klar hinter sich. Da erübrigt sich die Frage, ob Hillary Clinton mit ihrer Haltung recht hat oder nicht. Recht haben nur die Gewinner. Besonders in den USA.
Palisander 23.09.2015
4. Schön wie hier
in einer dezenten Nebenbemerkung Clinton als Favorit herausgestellt wird. Man solte sich schon einmal genau den Wahlkampf beobachten. Der Schmutz an Frau Clintons Händen wird immer größer. Sie redet vor halbvollen Hallen. Die Elite mag Frau Clinton bereits zum Nachfolger gewählt haben. Die Öffentlichkeit in den USA aber noch lange nicht.
melek1963 23.09.2015
5. Ob sie damit erfolgt hat?
Die USA sind neben China der größte Produzent von Treibhausgasen. Die Republikaner werden dies in jedem Fall boykottieren! Als globale Hegemoniemacht geht es der US Finanz Elite von jeher darum Ströme von Kapital, Rohstoffen, Informationen und Dienstleistungen zu kontrollieren! Jeder der sich in den Weg stellt wird kaltgestellt. Die Republikaner sind in erster Linie der WASP Elite verpflichtet, die auch das Kapital von Wallstreet kontrollieren. Demokraten versuchen Neuerungen für das Gemeinwohl einzuführen. Bei ihnen ist der Sinneswandel glaubwürdig. Energie einzusparen und Nachhaltigkeit.
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