Wirtschaftspläne Das will Clinton, das will Trump

Drei Tage nach Donald Trump hat auch Hillary Clinton eine wirtschaftspolitische Grundsatzrede gehalten. Der Kontrast zum Programm des Republikaners ist frappierend. Beide Pläne im Vergleich.

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"Wie schön, wieder in Michigan zu sein!", lügt Hillary Clinton, als sie in Warren, einem Vorort von Detroit, ans Mikrofon tritt. Denn in Wahrheit hat sie böse Erinnerungen an diesen rezessionsgebeutelten US-Bundesstaat: Hier landete ihr Vorwahlrivale Bernie Sanders im März seinen wohl größten Überraschungssieg, indem er sie mit zehn Prozentpunkten Vorsprung deklassierte - und seiner Underdog-Kandidatur neues Leben einhauchte.

Sanders ist Vergangenheit, doch nun muss Clinton Michigan gegen Donald Trump verteidigen. Weshalb sie an diesem Donnerstag zurückgekehrt ist, um die Zweifler mit einer wirtschaftspolitischen Grundsatzrede zu ködern - ein Alternativprogramm zu Trumps Rede vom Montag, auch in Detroit.*

"Das hier ist mir ein persönliches Anliegen", ruft sie nach der Werksbesichtigung einer Firma, die Maschinen für die Aerospace-Industrie baut. Ihr Großvater sei Fabrikarbeiter gewesen, ihr Vater "Kleinunternehmer". Und auch wenn sie selbst sich hochgearbeitet habe, vergesse sie ihre arme Herkunft nie: "Ich will, dass jede amerikanische Familie die gleiche Geschichte erzählen kann."

Und dann präsentierte die Multimillionärin ihr Wirtschaftsprogramm "für Arbeiterfamilien". Neues enthielt die Rede nicht - doch merkliche Differenzen zu den Plänen von Trump.

Clinton gegen Trump - wer hat die besseren Ideen für die Wirtschaft? Der Vergleich.

Clinton gegen Trump - wer hat die besseren Ideen für die Wirtschaft? Der Vergleich.



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gandhiforever 12.08.2016
1. Ich gehe nicht
Ich gehe nicht auf die Unterschiede selbst ein, denn behaupten kann man viel. Herr Trump will die Steuern fuer Superreiche senken, ebenfalls fuer Unternehmen. Da er keine neuen Einnahmen plant (abgesehen von Strafzoellen fuer andere Laender), wuerden die niedrigeren Einnahmen zu einem noch groesseren Defizit fuehren. Dieses will Herr Trump (fruehere Aeusserungen) aber quasi ueber Nacht abbauen. Das geht dann aber nur ueber Ausgabenreduktionen. Doch hat der Typ nicht verkuendet, nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Kriegsausgaben erhoehen zu wollen? Wo will er also sparen? Trump spekuliert auf das schlechte Gedaechnis der Menschen (und mangelnde Fachkenntnisse). Seine Plaene sind ja auch schon untersucht worden. Resultat: ganz sicher ein hoeheres Defizit. Die Frau des ehemaligen Praesidenten will auch die Infrastruktur auf Vordermann bringen. Sie will auch den Mindestlohn erhoehen. Mehr Geld fuer Konsum bedeuted eine hoehere Nachfrage, Wirtschaftswachstum. Darueber hinaus will sie besonders diejenigen, die bisher zu wenig zahlen (also Typen wie Trump) staerker zur Kasse . Die Untersuchung ihrer Vorstellungen ergab, dass Einnahmen und Ausgaben sich ziemlich die Waage halten sollen. Ihr Plan gilt als realistisch, waehrend sein "Plan" gegenteilig gesehen wird.
perikles61 12.08.2016
2. Alle
die da keinen Unterschied zwischen Trump und Clinton sehen, müssen blind sein. Clintons Programm ist quasi rotgrün. Und Trump will eine Steuer- und Umweltpolitik wie es sie sonst nur in Schwellenländern gibt: Freie Fahrt für Superrreiche und Umweltzerstörer.
Actionscript 12.08.2016
3. Nicht viel Unterschiede zu früheren Programmen
Clinton will die Obama Linie weiterführen, wobei sie Vorschläge von Sanders mitübernommen hat. Ich würde gerne sehen, wenn die Steuern progressiver wären als sie jetzt sind, da die Mittelklasse (bis $150,000 - $200,000 pro Jahr pro Familie) verglichen mit denen, die weit darüber liegen sehr viel mehr Steuern zahlen müssen, zB 25% bei Familien Einkommen um die $100,000, was für Kalifornien nicht hoch ist verglichen mit 39.5% Spitzensteuersatz (Familieneinkommen über $466,000). Auch bei Clinton bin ich hier sehr enttäuscht (mind. 30% für die Superreichen ist ein Witz!) Trump vertritt ein typisches Republikaner Programm, das für die Reichen perfekt geschrieben ist und die Mittelklasse sowie die ärmeren Schichten zurückläßt. Denn die Finanzierung aller Aufgaben durch die fehlenden Steuern wird wieder von der Kürzung von Programmen erreicht, die die unteren Schichten zum Teil am Leben halten und sowieso nicht allzu große Budgets haben. Und Mr Trump, ich sage Ihnen, ich möchte auch weiterhin meinen japanischen Wagen und den nicht gegen einen amerikanischen eintauschen.
kjr 12.08.2016
4. Ein toller Artikel mit einer Ausnahme:
Dass die Abschaffung der Erbschaftssteuer der Trump-Familie 4 Milliarden Dollar sparen würde ist eine ganz schön kontroverse Behauptung und unterstützt hauptsächlich seine Propaganda mit dem Zweck sich als erfolgreichen Milliardär und Geschäftsmann zu inszenieren. Auf politico wurde erst letztlich ein Artikel veröffentlicht, der sich meiner Meinung nach sehr vernünftig mit dem Thema beschäftigt. Jemanden, der den Gesamtwert seines Netzwerkes über seine "persönlichen Gefühlen" definiert und der ganz offensichtlich dringend Bargeld für seine Kandidatur braucht sollte man nicht zu viel glauben.. Und da sich wirklich einige Experten zu seinen Geschäften geäußert haben, denke ich man sollte mit einer Schätzung seines Vermögens auf 4 Milliarden extrem vorsichtig sein.
perikles61 12.08.2016
5. Alle
die da keinen Unterschied zwischen Trump und Clinton sehen, müssen blind sein. Clintons Programm ist quasi rotgrün. Und Trump will eine Steuer- und Umweltpolitik wie es sie sonst nur in Schwellenländern gibt: Freie Fahrt für Superrreiche und Umweltzerstörer.
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