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Klimawandel Hitzewellen belasten deutsche Unternehmen immer stärker

Gibt es eine Hitzewelle, dann muss knapp die Hälfte der Betriebe Umsatzeinbußen verkraften, so eine Umfrage. Das kommt immer häufiger vor, besonders in Ostdeutschland.
aus DER SPIEGEL 34/2020
Vertrocknete Wiese mit Blick auf das Uni-Center in Köln: Viele Branchen leiden

Vertrocknete Wiese mit Blick auf das Uni-Center in Köln: Viele Branchen leiden

Foto:

Oliver Berg / DPA

Deutschlands Unternehmen machen extreme Wetterlagen immer stärker zu schaffen. Dennoch ergreifen nur wenige Vorkehrungen dagegen.

Das hat eine Umfrage der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität und des Münchner Ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen ergeben. Demnach verliert ein erheblicher Teil der Firmen in Deutschland durch extreme Wettersituationen an Wertschöpfung, ihr Anteil habe über das vergangene Jahrzehnt deutlich zugenommen. Vor allem Hitzewellen und Trockenheit machten den Unternehmen zu schaffen, knapp zwei Drittel der Befragten gaben an, in den vergangenen zehn Jahren davon betroffen zu sein.

DER SPIEGEL 34/2020

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Besonders häufig erlebten Betriebe aus Thüringen und Sachsen-Anhalt Wetterextreme, seltener dagegen solche aus Süddeutschland. Auch Nordostdeutschland, also Berlin, Brandenburg, und Mecklenburg-Vorpommern, sowie Sachsen gehören zu den Bundesländern, die am stärksten betroffen sind. Es zeige sich "generell eine große Vulnerabilität ostdeutscher Regionen im Hinblick auf Extremwetterereignisse", folgern die Wissenschaftler.

Fast die Hälfte der Unternehmen, 45 Prozent, verlieren wegen Hitzewellen an Umsatz, am stärksten betroffen sind die Textil- und Bekleidungsbranche, das Bauhauptgewerbe, die Bereiche Nahrung, Getränke und Tabak sowie der Einzelhandel.

Kältewellen: Größere Schäden, aber seltener

Mit Kältewellen haben Unternehmen viel seltener zu kämpfen, nur 13 Prozent waren davon in den vergangenen Jahren betroffen. Wenn aber eine Kältewelle einsetzt, hinterlässt sie häufiger Schäden. Fast 60 Prozent der Betriebe berichten von negativen Effekten auf die Wertschöpfung, vor allem das Bauhauptgewerbe ist betroffen.

Viele Unternehmen rechnen damit, dass sie in Zukunft noch öfter extremen Wettersituationen ausgesetzt sein werden. Dennoch haben deutlich mehr als die Hälfte der Befragten, die Vorsorge für prinzipiell notwendig halten, noch keine Maßnahmen getroffen. Es bestehe also "erheblicher Anpassungsbedarf", so die Wissenschaftler.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version der Bildunterschrift wurde das Foto aufgrund einer fehlerhaften Information der Agentur falsch zugeordnet. Die Angabe wurde korrigiert.

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