Höhere Beiträge Rürup will privat Pflegeversicherte stärker belasten

Die 9,2 Millionen Inhaber einer privaten Pflegeversicherung sollten nach Meinung von Bert Rürup bei der Pflegereform zur Kasse gebeten werden. Er halte es nur für fair, wenn sie höhere Beiträge zahlen müssten, sagte der Wirtschaftsweise.


Düsseldorf – Heute wird beraten. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) und Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) kommen zusammen und besprechen das Thema Pflegereform.

Bert Rürup ist nicht dabei, meldete sich aber im "Handelsblatt" zu Wort: Er halte einen Solidarbeitrag der privat Pflegeversicherten für begründet, sagte er. Gesetzliche und private Versicherer hätten identische Leistungen, doch sei "die Risikostruktur der Privaten derzeit deutlich günstiger". Dafür sei ein Ausgleich über höhere Beiträge der Privatversicherten sinnvoll.

Hoffnungen von Sozialdemokraten, durch den Finanzausgleich zwischen den Systemen dauerhaft etwa eine Milliarde Euro zu erzielen, nannte Rürup aber überzogen. Mittelfristig gleiche sich die Risikostruktur zwischen privaten und gesetzlichen Versicherungen an. Ausdrücklich lehnte er den in der SPD diskutierten Aufbau einer kollektiven Demographiereserve: "Davon kann ich nur abraten."

Schmidt, Seehofer und von der Leyen kommen bereits zum dritten Mal zusammen. Weitere Treffen sind nach Angaben einer Sprecherin des Ministeriums geplant.

itz/Reuters/dpa



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