Höhere Lkw-Maut Transportbranche rechnet mit Firmensterben

Aufregung bei den Speditionen: Die Erhöhung der Lkw-Maut ab 2009 wird nach Einschätzung des Branchenverbandes BGL zu Arbeitsverlusten führen. Demnach sind allein im ersten Halbjahr bis zu 40.000 Stellen bedroht. Der Verband fürchtet vor allem ausländische Billiglohn-Konkurrenz.


Berlin - Die Transportbranche rechnet mit massiven Arbeitsplatzverlusten durch die kräftige Erhöhung der Lkw-Maut zum 1. Januar 2009. Die "Bild"-Zeitung berichtet unter Berufung auf den Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), die Maut-Anhebung um 40 bis 90 Prozent könne zu einem Firmensterben bei Speditionen führen.

Mautschild: Sorge vor Firmensterben
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Mautschild: Sorge vor Firmensterben

"Schon im ersten Halbjahr sind 40.000 Jobs akut bedroht, weil deutsche Firmen durch Billiglohn-Konkurrenten aus dem Ausland verdrängt werden", sagt BGL-Hauptgeschäftsführer Karlheinz Schmidt. Der aus der Erhöhung der Maut resultierende Kostenanstieg von vier bis fünf Prozent könne in vielen Fällen nicht an Kunden weitergegeben werden.

Der Gesetzgeber hat allerdings eine zweijährige Schonfrist für mittelständische Speditionen in Deutschland geschaffen. Demnach werden sie nicht für Fahrzeuge, die sie erst vor ein bis zwei Jahren angeschafft haben, stärker zu Kasse gebeten.

Bislang wurden für Lastwagen ab zwölf Tonnen Gesamtgewicht, abhängig von Schadstoffausstoß und Achsenzahl, zwischen zehn und 15,5 Cent Nutzungsgebühr pro Kilometer Autobahn fällig. Ab 1. Januar 2009 beträgt die Gebühr zwischen 14 und 29 Cent. Lastwagen mit schadstoffarmer Technik werden bessergestellt als Lkw mit hohen Emissionen.

kaz/AP



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