Im Wortlaut Das sagte Uli Hoeneß vor Gericht

Uli Hoeneß hat zum Auftakt seines Prozesses alle Vorwürfe der Steuerhinterziehung voll eingeräumt. Er bedauere seine Fehler und wolle alle Schulden bezahlen, sagte er. Die wichtigsten Aussagen des Bayern-Präsidenten im Überblick.


"Die mir in der Anklage zur Last gelegten Steuerstraftaten habe ich begangen. Mit anderen Worten: Ich habe Steuern hinterzogen. Mir ist bewusst, dass daran auch die Selbstanzeige nichts ändert. Ich habe aber gehofft, mit meiner Selbstanzeige einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgegen. Ich habe im letzten Jahr gelernt, dass an der Wirksamkeit meiner Selbstanzeige Zweifel bestehen. Als Laie kann ich jedoch zu diesen juristischen Fragen nichts beitragen."

"Ich musste leider feststellen, dass sich die Spekulationen in dem fraglichen Zeitraum unter dem Strich nicht gelohnt haben, denn die hier in Rede stehenden Jahre (2003 bis 2009) habe ich trotz zwischenzeitlicher Gewinne im Ergebnis mit einem Millionenverlust abgeschlossen. Das bedeutet aber nicht, dass ich auf Spekulationsgewinne keine Steuern bezahlen muss."

"Ich gehe davon aus, dass die zwischenzeitlichen Spekulationsgewinne insbesondere in den Jahren 2002, 2003 und 2005 zu einer Steuernachzahlung im zweistelligen Millionenbereich führen werden, was meinen wirtschaftlichen Verlust aus diesen Geschäften weiter erhöhen wird."

"Mir ist klar, dass mir nur absolute Steuerehrlichkeit hilft. Ich hab deshalb Ende Februar alle Unterlagen zu meinen in der Schweiz getätigten Finanzgeschäften dem Gericht und den Behörden zur Verfügung gestellt, obwohl die Staatsanwaltschaft meine Selbstanzeige für unwirksam hält."

"Ich bin froh, dass jetzt alles transparent auf dem Tisch liegt. Mein Fehlverhalten bedauere ich zutiefst. Sämtliche Steuern werde ich natürlich zahlen. Ich werde alles dafür tun, dass dieses für mich bedrückende Kapitel abgeschlossen wird."

dpa

insgesamt 49 Beiträge
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sunsan 10.03.2014
1. Ach wer glaub denn,
an die Ehrlichkeit eines materiell Gierigen. Uli Hoeneß ist ein Machtmensch und eiskalt berechnend. Ich glaube ihm nichts wenn er reumütig tut. Und der letzte Satz "Ich werde alles dafür tun, dass dieses für mich bedrückende Kapitel abgeschlossen wird" sagt doch aus dass er alles lieber gleich ohne Konsequenzen vorrüber haben will. Somit ist kein innerliches Schuldempfinden vorhanden.
spon-facebook-10000027820 10.03.2014
2. Freigänger Hoeness
Denke das wäe ein Kompromiss mit der man leben könnte.Ansonsten wird wohl der Rechtsstaat Schaden nehmen.
chuckal 10.03.2014
3. Immerhin
hebt er sich mit diesem, über die Anklage hinausgehenden Geständnis wohltuend von den Salami-Taktikern ab, die immer nur zugeben, was ihnen ohnehin nachgewiesen werden kann. Immerhin hat es den Anschein und natürlich dürfte darauf spekulieren, dass eine solche Einlassung strafmildernd wirkt. Und das sollte sie auch nach meiner Meinung.
jaund2003 10.03.2014
4. Jetzt..
..bin ich aber gespannt auf die Rechtsstaatlichkeit der Gleichheit vor dem Gesetz.
Boris Feinbrandt 10.03.2014
5.
Zitat von sunsanan die Ehrlichkeit eines materiell Gierigen. Uli Hoeneß ist ein Machtmensch und eiskalt berechnend. Ich glaube ihm nichts wenn er reumütig tut. Und der letzte Satz "Ich werde alles dafür tun, dass dieses für mich bedrückende Kapitel abgeschlossen wird" sagt doch aus dass er alles lieber gleich ohne Konsequenzen vorrüber haben will. Somit ist kein innerliches Schuldempfinden vorhanden.
Die Schlussfolgerung ist falsch. Dass man in dem Fall lieber nicht die Konsequenzen tragen möchte, ist nur menschlich.
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