Hohe Energiepreise Inflation im Euroraum erreicht Rekordwert von 7,5 Prozent

Noch nie war die Teuerung im Euroraum so hoch wie im März. Die Stärke des Preissprungs überraschte selbst Analysten. Besonders drastisch fiel die Inflation bei den Energiepreisen aus.
Gaszähler: Vor allem Energiekosten steigen extrem

Gaszähler: Vor allem Energiekosten steigen extrem

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imago stock&people / imago/Christian Ohde

Im Euroraum hat die Inflation ein Rekordhoch erreicht. Stärkster Treiber der Teuerung bleiben dabei hohe Kosten für Energie. Im März stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 7,5 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte . Die Inflationsrate im Euroraum war noch nie so hoch seit Einführung der Gemeinschaftswährung im Jahr 1999.

Analysten wurden von der Stärke des Preissprungs überrascht. So hatten von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten lediglich 6,6 Prozent erwartet. Auch die Europäische Zentralbank hatte mit 6,6 Prozent gerechnet.

Getrieben wurde die Teuerung erneut durch einen extrem starken Anstieg der Preise für Energie, diese lagen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 44,7 Prozent höher. Lebens- und Genussmittel waren im März 5,0 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Ohne Energie, Lebens- und Genussmittel stieg die Kernrate der Verbraucherpreise im März auf 3,0 Prozent, nach 2,7 Prozent im Vormonat. Die Kerninflation ist weniger schwankungsanfällig und wird daher von vielen Ökonomen als verlässlicheres Maß für den Inflationstrend angesehen.

Das mittelfristige Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent wird durch den Wert von 7,5 Prozent deutlich überschritten. Manche Experten zeigten sich alarmiert: »Jetzt kommt es darauf an, dass die EZB endlich den Fuß vom Gas nimmt. Ansonsten steigen die Inflationserwartungen weiter, und die hohe Inflation setzt sich dauerhaft fest«, warnte Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer.

»Die Inflation wird zum Dauergast«

Als Gründe für die Teuerung wurden von Analysten der russische Einmarsch in der Ukraine genannt und die Pandemielage in Fernost. »Der Ukrainekrieg und die Rückkehr der Coronapandemie in China werden den Preisdruck hochhalten«, sagte Alexander Krüger, Chefökonom von Hauck Aufhäuser Lampe, »die Inflation wird zum Dauergast.«

Die Teuerung zeigt sich auch in Deutschland. Am Mittwoch hatte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitgeteilt, dass die Inflationsrate im Land im Vergleich zum Vorjahresmonat voraussichtlich auf 7,3 Prozent gestiegen ist. Sie erreichte damit den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren.

sol/dpa/Reuters
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