Hohe Preise Konsumstimmung sinkt auf Dreijahrestief

Die ständig steigenden Energie- und Lebensmittelkosten lassen den Deutschen immer weniger Geld für Einkäufe in der Tasche. Die Kauflust der Verbraucher sinkt drastisch: Der Konsumklimaindex ist so schlecht wie seit drei Jahren nicht mehr.

Nürnberg - Eine neue Couchgarnitur, ein neues Auto, eine Urlaubsreise? Lieber nicht, sagen sich die meisten Deutschen im Moment. Die ständig steigenden Energiepreise, aber auch die deutlich gestiegenen Lebensmittelpreise vergällen ihnen den Konsum - größere Anschaffungen machen die Verbraucher derzeit lieber nicht, stellt das Marktforschungsinstitut GfK fest. Das Nürnberger Institut ermittelt monatlich den Konsumklimaindex für Deutschland.

Demnach rutschte die Lust der Deutschen auf Anschaffungen im Juni auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Der Konsumklimaindex werde von 4,7 auf 3,9 Punkte sinken. Wegen der unerwartet hohen Inflation von drei Prozent halbierten die Marktforscher ihre Prognose für den privaten Verbrauch in Deutschland. Er werde in diesem Jahr nur noch um 0,5 Prozent steigen.

Damit senkten die GfK-Forscher ihre Prognose zum zweiten Mal innerhalb von vier Monaten: Bereits im März war sie von 1,5 auf 1,0 Prozent gesenkt worden. "Anhaltend hohe Inflationsraten sowie die Ankündigung weiterer Preiserhöhungen trüben derzeit das Konsumklima ein", schreibt die GfK.

Zum zweiten Mal in Folge gingen sowohl die Lust der Deutschen auf Konsum, als auch ihre Konjunktur- und Einkommenserwartungen zurück. Die ständig wiederkehrenden Meldungen über Rekordpreise für Benzin und Diesel verstärkten nach Angaben der Konsumforscher die Furcht der Deutschen vor dem Kaufkraftverlust.

Angst vor Inflation, Finanzmarktkrise, der starke Euro und weltweite Konjunkturabschwächung sorgten dafür, dass die Verbraucher die Konjunkturentwicklung recht pessimistisch beurteilen, stellten die Marktforscher fest.

Die gegenwärtige Verbraucherstimmung sei "alles andere als ein Sommermärchen", sagte der GfK-Vorstandsvorsitzende Klaus Wübbenhorst. Da der Konsum einen erheblichen Teil zum Bruttosozialprodukt beitrage, führe dies zu einer Beeinträchtigung der Konjunktur, sagte er.

Einige Bereiche wie etwa die Unterhaltungselektronik seien im ersten Halbjahr zwar gewachsen. "Da gibt es wegen der Fußball-Europameisterschaft und der Olympischen Spiele sicherlich eine kleine Sonderkonjunktur." Aber insgesamt werde die Anschaffungsneigung der Bundesbürger durch die Inflationserwartungen gebremst und sei deutlich rückläufig.

cvk/kaz/AFP/dpa/ddp

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