Hohe Preise Wasser ist nirgends so teuer wie in Deutschland

Wer hierzulande den Wasserhahn aufdreht, muss für das kühle Nass so viel bezahlen wie sonst nirgends auf der Welt. Der Grund: Die deutschen Gemeinden nutzen Wasser als Einnahmequelle - und subventionieren damit Projekte, für die sie sonst Steuergeld bräuchten.


Berlin - Der Preisunterschied ist drastisch: Für gewerbliche Kunden kostet der Kubikmeter Wasser in Deutschland derzeit 1,91 Euro netto - wenn die Abnehmer jährlich 10.000 Kubikmeter verbrauchen. In Frankreich bezahlen Kunden für die gleiche Menge dagegen nur 1,27 Euro, in den USA sogar nur 47 Euro-Cent. Das schreibt die Zeitung "Die Welt" und beruft sich dabei auf eine Studie der internationalen Beratungsgesellschaft NUS Consulting.

Wasser aus dem Hahn: In den USA ist es viel günstiger
DPA

Wasser aus dem Hahn: In den USA ist es viel günstiger

Ein Grund für den hohen Preis liegt dem Blatt zufolge darin, dass die Wassereinnahmen in Deutschland als Geldquelle für andere Aufgaben genutzt werden. "Da die Wasserpreise von den Gemeinden festgelegt werden, dienen die hohen Preise zur Subventionierung örtlicher Projekte, die sonst mit Steuergeldern bezahlt werden müssten", zitiert die Zeitung aus der NUS-Studie.

Immerhin wird es für deutsche Wasserverbraucher auf absehbare Zeit nicht noch teurer: Im Gegensatz zu vielen anderen Grund- und Rohstoffen bleiben die Wasserpreise hierzulande dem Bericht zufolge auf hohem Niveau stabil. Für die kommenden zwölf Monate seien "keine wesentlichen Änderungen der Wasserpreise" zu erwarten, schreibt die "Welt".

So habe die Wasserinflationsrate seit Juli 2007 nur bei 1,6 Prozent gelegen. In Belgien lag die Teuerungsrate demnach im selben Zeitraum bei 13,2 Prozent, in Australien sogar bei 18,5 Prozent.

cvk/ddp/AP



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