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04. Juli 2008, 08:56 Uhr

Hoher Ölpreis

Wirtschaft sieht Arbeitsplätze bedroht

Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Ölpreisanstiegs sind verfrüht: Trotz sinkender Nachfrage in den USA ist der Sprung über die 150-Dollar-Marke für das Fass Rohöl nur noch eine Frage der Zeit. Die deutsche Wirtschaft sieht bereits Arbeitsplätze in großer Zahl in Gefahr.

Berlin - Der Ölpreis hat seinen Aufwärtstrend ungebremst fortgesetzt. Am Donnerstagabend kletterte der Preis an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex auf ein neues Allzeithoch bei 145,85 Dollar. Am Nachmittag hatte der Ölpreis nur kurz mit Abschlägen auf die Dollarstärke im Zuge der Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank reagiert. Händler sagten, der Preis werde von der großen Nachfrage aus Asien und dem Nahen Osten gestützt - trotz der schwächeren weltweiten Konjunktur und der sinkenden Nachfrage aus den USA.

Ölplattform vor der Küste Kaliforniens: Transportgewerbe alarmiert
AP

Ölplattform vor der Küste Kaliforniens: Transportgewerbe alarmiert

Die parallel zum Ölpreis steigenden Kraftstoffpreise bedrohen in der deutschen Wirtschaft laut einer Umfrage bis zu 140.000 Arbeitsplätze. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Angaben zahlreicher Branchenverbände berichtet, müssen vor allem Beschäftigte im Taxi- und Transportgewerbe bangen, weil viele Firmen die hohen Benzinkosten nicht mehr bezahlen können und beim Personal einsparen müssen. Wie die Zeitung weiter schreibt, drohen auch in Fahrschulen, der Fischereibranche und in Kfz-Betrieben Entlassungen wegen des hohen Kostendrucks. Darüber hinaus sei auch bei Kurier- und Postdiensten mit dem Abbau von Arbeitsplätzen zu rechnen.

Die gravierenden Auswirkungen, die die Ölpreisexplosion nach sich zieht, sind nach Überzeugung von Claudia Kemfert nicht zuletzt auch den Versäumnissen der Politik geschuldet. "Hätten wir vor einem Jahrzehnt angefangen, Lösungen zu erarbeiten, hätten wir heute diese Probleme nicht", sagte die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Kemfert ist Mitglied einer Expertengruppe, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums die Entwicklung der Energiepreise untersuchen soll.

Der Chef von Greenpeace International, Gerd Leipold, sagte derweil ein nahes Ende der Benzin- und Dieselmotoren voraus. Er nehme die Ankündigungen der Autohersteller, rasch Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen, "sehr ernst", sagte Leipold der "Passauer Neuen Presse". "Wir stehen vor revolutionären Änderungen im Autobereich und die brauchen wir auch." Der Verbrennungsmotor sei "nicht zukunftstauglich".

mik/ddp/dpa

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