Rohstoffmangel Holz, Beton und Stahl sorgen für rasanten Anstieg der Baupreise

Viele Rohstoffe für den Hausbau werden wesentlich teurer. Baufirmen kassieren zudem bei neuen Projekten kräftig ab, etwa für Zimmererarbeiten. Dennoch gibt es einen Anstieg bei Neubauten.
Teure Rohstoffe: Bauarbeiter beim Bau eines Wohnhauses in Stuttgart

Teure Rohstoffe: Bauarbeiter beim Bau eines Wohnhauses in Stuttgart

Foto: Sina Schuldt/ dpa

Auf den Baustellen in Deutschland sind im vergangenen Jahr die Rohstoffpreise nahezu explodiert. Einzelne Baustoffe wie Holz und Stahl erlebten Preissteigerungen wie noch nie seit dem Jahr 1949, berichtete das Statistische Bundesamt am Donnerstag. So legte Konstruktionsvollholz im Vergleich zum Vorjahr um 77,3 Prozent zu, Betonstahlstäbe waren 52,8 Prozent teurer als im Jahr 2020.

Der nachlassende Befall mit Borkenkäfern und weniger Sturmschäden haben dazu geführt, dass weniger Schadholz die Lager in der Forstwirtschaft füllen. Zuletzt hatte das hohe Angebot an Holz noch die Holzpreise gedrückt. Das und die obendrein steigende Nachfrage nach eigenem Wohnraum im Zuge der Pandemie, hebt die Preise. Die USA importierten überdies mehr Holz aus Europa, sagen Experten, seit höhere Zölle den Werkstoff aus Kanada viel teurer gemacht haben. Höhere Energiepreise und Löhne haben die Kosten der Bauwirtschaft zusätzlich angehoben.

Auch andere wichtige Vorprodukte wie Bitumen aus Erdöl, Epoxidharze oder Kupferlegierungen übertrafen 2021 deutlich die allgemeine Steigerung der Erzeugerpreise, die das Amt für das Jahr 2021 bei 10,5 Prozent verortet.

Die Preise für die weiterhin stark nachgefragten Bauleistungen kletterten in der Folge ebenfalls stark. Die Firmen stellten den Bauherren und Bauherrinnen im Schnitt 9,1 Prozent mehr in Rechnung. Hier waren Zimmer- und Holzarbeiten mit einem Plus von 29,7 Prozent die größten Preistreiber.

Im Bauhauptgewerbe waren die Umsätze im November 6,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor, für das Gesamtjahr zeichnete sich nach elf Monaten ein Plus von 1,6 Prozent ab.

Die steigende Zahl von Baugenehmigungen deutet aus Sicht der Statistiker auf eine weiterhin rege Bautätigkeit hin, wenngleich die Zahl der Projekte wächst, die vorerst nicht in Angriff genommen werden.

kig/dpa-AFX
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