Horror-Zahlen Gerster befürchtet fünf Millionen Arbeitslose

Nach Ansicht von Florian Gerster könnte die Zahl der Arbeitslosen bis zum Jahresende auf fünf Millionen anwachsen. Außerdem musste der Chef der Bundesanstalt für Arbeit (BA) ein Milliardendefizit seiner Behörde verkünden.


Düstere Vorahnung: BA-Chef Gerster
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Düstere Vorahnung: BA-Chef Gerster

Berlin - Wenn es einen "harten Winter" gebe und sich die Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung nicht bewahrheiteten, könnte die Fünf-Millionen-Marke noch in diesem Jahr überschritten werden, sagte Gerster auf einer Pressekonferenz am Dienstag. Zur Beruhigung verwies der BA allerdings darauf, dass die Arbeitslosigkeit in Mai und Juni saisonbereinigt zurückgegangen ist. Im vergangenen Monat waren in Deutschland 4,26 Millionen Menschen ohne Job.

Bei der BA ist nach Darstellung von Finanzvorstand Frank-Jürgen Weise im ersten Halbjahr 2003 ein Defizit von 5,2 Milliarden Euro aufgelaufen. Allein die Ausgaben für das Arbeitslosengeld hätten mit 3,1 Milliarden Euro 25,2 Prozent über den Erwartungen gelegen. Insgesamt seien 15,3 Milliarden Euro an Arbeitslosengeld ausgezahlt worden. Gerster sagte, ohne die eingeleiteten Reformen am Arbeitsmarkt wäre das Defizit wegen der Wirtschaftsflaute noch höher ausgefallen.

Nach Weises Angaben ist die Zahl der Beitragszahler "dramatisch" zurückgegangen, weshalb die Einnahmen der BA um 873 Millionen Euro oder 3,5 Prozent unter Plan gelegen hätten. Falls die von der Bundesregierung nunmehr geschätzte Wachstumsrate von 0,7 Prozent für dieses Jahr nicht eintrete, müsse mit weiteren Einbußen im BA-Haushalt gerechnet werden.



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