HP-Krise Fiorina will Köpfe rollen sehen

Tiefrote Zahlen in zwei Sparten, der Aktienkurs bricht ein: Beim Computerriesen Hewlett-Packard knirscht es gewaltig. Die toughe Konzernchefin Carly Fiorina kündigt an, Top-Manager zu feuern – und das schnell.


Konzernchefin Fiorina: Schnelles Krisenmanagement gefordert
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Konzernchefin Fiorina: Schnelles Krisenmanagement gefordert

Palo Alto - Die Stimmung an der New Yorker Börse war am Donnerstag mies, und Hewlett-PackardChart zeigen war Schuld. Sicher keine Rolle, die Konzernchefin Fiorina lieb ist. Die HP-Aktien brachen um mehr als 16 Prozent auf 16,34 Dollar ein und belasteten den Leitindex Dow Jones. Andere Technologietitel wie Intel und Microsoft notierten ebenfalls im Minus.

HP hatte zuvor vor einem unbefriedigenden Geschäft in den kommenden Monaten gewarnt. Auch die Quartalszahlen des Konzerns aus Palo Alto enttäuschten. Zwar stieg der Umsatz im vergangenen Quartal um neun Prozent auf 18,9 Milliarden Dollar. Analysten aber hatten mit 19 Milliarden gerechnet.

Der Gewinn verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum gar auf 586 Millionen Dollar - auch damit aber blieb HP unter den Erwartungen, dramatisch sogar. Besorgnis erregend: Die Sparten für Server und Speicherprodukte fuhren hohe Verluste ein.

Rabattkrieg in Europa

Fiorina nannte die Leistungen der beiden Bereiche "nicht akzeptabel" und kündigte sofortige Veränderungen im Management an. Damit will sie die Sparte im vierten Quartal wieder in die schwarzen Zahlen bringen.

Mit den beiden Hauptsparten - der Drucker- und der PC-Herstellung - war Fiorina hingegen zufrieden. Auch das Dienstleistungs- und Softwaregeschäft hätten sich gut entwickelt, sagte sie.

HP führte die Probleme der Server- und Speicherprodukt-Sparte unter anderem ein neues Auftragssystem in den USA sowie aggressive Rabatte in Europa zurück. Hewlett-Packard liefert sich hier harte Preiskämpfe mit Konkurrenten wie IBM Chart zeigen und EMC.

Der PC-Umsatz erhöhte sich um 19 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar, der Dienstleistungsumsatz um zwölf Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Das Druckergeschäft legte um acht Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar zu. Der Softwareumsatz stieg um 17 Prozent auf 223 Millionen Dollar.

In dieser Woche hatte bereits der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco Systems Chart zeigenmit der Bekanntgabe höherer Lagerbestände und einem trüben Ausblick Sorgen vor wieder zunehmender Investitionszurückhaltung aufkommen lassen. An den Aktienmärkten löste Cisco die Befürchtung aus, die krisengeschüttelte Technologiebranche werde sich langsamer erholen als erhofft.



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