HSH Nordbank Nonnenmacher-Bonus war nicht die einzige Sonderzahlung

Die Nachricht sorgte für einen Eklat: Trotz Staatshilfen kassierte HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher einen Bonus von fast drei Millionen Euro. Eine SPD-Anfrage enthüllt jetzt: Die Bank war noch anderen Mitarbeitern gegenüber spendabel.


Bei der durch Milliardenverluste geschwächten HSH Nordbank hat es im laufenden Jahr mehr Bonuszahlungen an Vorstandmitglieder und Mitarbeiter gegeben als bislang bekannt. Das belegt die Antwort des Hamburger Senats auf eine kleine Anfrage des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Thomas Böwer.

Dirk Jens Nonnenmacher: "Weitere Geldgeschenke an Bedienstete"
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Dirk Jens Nonnenmacher: "Weitere Geldgeschenke an Bedienstete"

Böwer wollte wissen, ob es neben der im Juni beschlossenen, umstrittenen Sonderzahlung von 2,9 Millionen Euro an Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher weitere Zahlungen dieser Art gegeben habe. Auf die Frage, "hat es im Jahr 2009 bisher an Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter/-innen der HSH Nordbank Sonder- oder Bonuszahlungen gegeben", antwortete der Senat "auf Grundlage von Auskünften der HSH Nordbank" Mitte vergangener Woche mit einem schlichten "Ja".

Eine Sprecherin der Bank erklärte, es handle sich um vertraglich fixierte Boni aus dem Geschäftsjahr 2008, die in diesem Jahr ausgezahlt worden seien. Böwer sagte: "Nachdem die Bank weitere Geldgeschenke an Bedienstete eingeräumt hat, erwarte ich jetzt eine ebenso ehrliche Antwort auf die Frage, ob Vorstandsmitglieder sogenannte Antrittsgelder erhalten haben, und dies sogar bar auf die Hand."

Gunther Latsch



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