HSH Nordbank Schleswig-Holstein verlangt personelle Konsequenzen

Für die Manager der HSH Nordbank wird es eng: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Carstensen fordert personelle Konsequenzen bei der Landesbank. In der Verantwortung stünden "die fünf amtierenden Vorstandsmitglieder, ehemalige Vorstandsmitglieder und leitende Manager".


Kiel - Bei der HSH Nordbank soll hart durchgegriffen werden. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) hat personelle und organisatorische Konsequenzen bei der angeschlagenen Landesbank gefordert. "Wir brauchen eine umfassende Aufklärung der Verantwortlichkeiten", sagte der Regierungschef am Montag in Kiel. "Zum Thema Verantwortung nenne ich ausdrücklich die Verantwortung der fünf amtierenden Vorstandsmitglieder, ehemaliger Vorstandsmitglieder und leitender Manager."

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen: Sofort Entscheidungen treffen
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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen: Sofort Entscheidungen treffen

Schleswig-Holstein ist neben Hamburg größter Aktionär der HSH Nordbank. Carstensen sagte, die Höhe der Vergütungen und Bonuszahlungen sei derzeit nicht akzeptabel. "Da unser Lösungskonzept ohnehin schon als 'Mini-Soffin' bezeichnet wird, rate ich dazu, dass wir uns hinsichtlich der Bezahlung der Manager an den restriktiven Regelungen des Bundes orientieren." Der bundesweite Bankenrettungsfonds Soffin begrenzt die Managergehälter von Banken, denen der Staat hilft, auf 500.000 Euro.

Bei der HSH Nordbank werden offenbar höhere Managergehälter gezahlt. Nach dem Geschäftsbericht für das Jahr 2007 erhielten damals sechs Vorstände, die zum Teil nicht das volle Jahr im Amt waren, Bezüge von insgesamt rund sechs Millionen Euro, davon vier Millionen Euro als variable Vergütung.

Laut Carstensen geht es jetzt zunächst darum, sofort Entscheidungen zu treffen, die mit Blick auf die Bankenaufsicht Bafin die Fortführung der Bank ermöglichen. In diesem Zusammenhang wies der Ministerpräsident darauf hin, dass nach dem Wechsel im Amt des Vorstandsvorsitzenden von Hans Berger zu Dirk Jens Nonnenmacher im November vergangenen Jahres "erhebliche Fortschritte bei der Restrukturierung der Bank erzielt" worden seien.

wal/dpa



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