Hubschrauber für China Japan zeigt Yamaha Motors an

Der japanische Technologiekonzern Yamaha Motors hat sich den Zorn der Regierung in Tokio zugezogen. Weil das Unternehmen Mini-Hubschrauber nach China geliefert hat, liegt jetzt eine Anzeige vor. Grund: Die Chinesen könnten die Fluggeräte für militärische Zwecke nutzen.


Tokio - Ein Mitarbeiter des japanischen Wirtschafts- und Handelsministeriums bestätigte heute, dass gegen Yamaha Anzeige erstattet worden sei. Weitere Details wollte er zunächst nicht nennen. In Presseberichten hieß es, Yamaha Motor werde verdächtigt, unbemannte Hubschrauber ohne die notwendige Erlaubnis nach China ausgeführt zu haben.

Yamaha-Hubschrauber: "Transportmittel für Massenvernichtungswaffen"
AFP

Yamaha-Hubschrauber: "Transportmittel für Massenvernichtungswaffen"

Zwar werden die Fluggeräte üblicherweise in der Landwirtschaft bei der Besprühung von Kornfeldern genutzt. Kabinettssekretär Shinzo Abe sagte auf einer Pressekonferenz dennoch, es sei bedauerlich, dass es den Versuch gegeben habe, unrechtmäßig Gerät nach China zu bringen, "das die Möglichkeit eines Umbaus zu einem Transportmittel für Massenvernichtungswaffen bietet". Er hoffe, dass das Gesamtbild des Vorgangs durch die Untersuchung klar werde. Japan hat in der Vergangenheit wiederholt seine Besorgnis über die militärische Aufrüstung Chinas ausgedrückt.

Ein Sprecher von Yamaha Motor sagte, die Polizei habe heute Büros der Firma durchsucht. Schon im Dezember habe es eine Durchsuchung der Zentrale gegeben, hieß es. Yamaha Motor habe sich aber nichts vorzuwerfen. "Wir sind die korrekten Wege für den Export gegangen und haben das Gesetz nicht verletzt." Yamaha habe seit August 2002 neun der Hubschrauber nach China exportiert, mit denen Pestiziden auf Kornfelder ausgebracht würden.

Die Börse reagierte mit Verkäufen auf die Nachricht. Die Aktien von Yamaha Motor gaben in Tokio rund sechs Prozent nach.



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