Hungerkrise Weltbank-Präsident fordert Milliarden für arme Länder

Brandbrief gegen den Hunger: Weltbank-Präsident Robert Zoellick hat in einem dramatischen Appell von den G-8-Ländern finanzielle Hilfen für die am schwersten unter der Lebensmittelkrise leidenden Länder gefordert. Die Welt sei dabei, "in eine Gefahrenzone" zu geraten.


Washington - Weltbank-Präsident Robert Zoellick hat kurz vor dem G-8-Gipfeltreffen in Japan vor dramatischen Folgen der rasant gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreise für die ärmsten Länder gewarnt. In einem Brief an den japanischen Premier Yasuo Fukuda schrieb Zoellick, es würden etwa zehn Milliarden Dollar gebraucht, um die unmittelbarste Not der am schwersten betroffenen Menschen zu lindern.

"Wir sind nicht Zeugen einer Naturkatastrophe, eines stillen Tsunami oder eines perfekten Sturms", heißt es in dem Schreiben weiter. "Es ist eine von Menschen geschaffene Katastrophe, die von Menschen wieder in Ordnung gebracht werden muss." Die acht größten Industrieländer sowie die wichtigsten ölproduzierenden Staaten müssten umgehend handeln, um die Krise anzugehen, forderte Zoellick.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) als Schwesterorganisation der Weltbank warnt vor zunehmendem Druck vor allem auf ärmere Staaten. "Einige Länder stehen auf der Kippe", sagte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn am Dienstag. Sollten Nahrungsmittel noch teurer werden und der Ölpreis gleich hoch bleiben, "werden einige Regierungen nicht mehr in der Lage sein, ihre Bevölkerung zu ernähren und zugleich die Stabilität ihrer Volkswirtschaft zu gewährleisten".

ase/dpa/Reuters



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